Sie war die erste Frau, die in Deutschland live aus einem Fußballstadion berichtete: Nach über 30 Jahren legt die Sportjournalistin Sabine Töpperwien (60) das Mikrofon nieder und beendet eine beispiellose Karriere. Der Job lag für sie im Grunde in der Familie – ihr älterer Bruder Rolf berichtete bereits seit den 1970er-Jahren für das ZDF aus der Bundesliga. Dass ihr Berufsweg trotzdem alles andere als vorgezeichnet war, verrät viel über den hermetischen Kosmos des Fußballs.

Im Oktober 1989 kommentierte Sabine die erste Liveübertragung eines Spiels der Frauenfußball-Nationalmannschaft. Es war auch ihre eigene TV-Premiere, ein neues Kapitel in der Geschichte des deutschen Fußballs: Noch nie zuvor hatte eine Frau live ein Spiel im Fernsehen kommentiert. Sie hatte zuvor viel Gegenwind erfahren: "Eine Frau auf dem heiligen Stuhl des Fußballreporters – das könne doch nicht sein, hieß es beispielsweise", erinnerte sie sich gegenüber DWDL. Unterstützt habe sie ihr Bruder mit seiner Erfahrung, erzählte sie. In ihrer langen Laufbahn kommentierte die gebürtige Niedersächsin viele legendäre Spiele. So war ihre charakteristische Stimme etwa zu hören, als der FC Schalke 1997 den UEFA-Cup errang.

Trotz aller Widrigkeiten, denen eine Frau in der Fußballwelt begegnet, blickt die 60-Jährige dankbar auf ihre Zeit als Radio- und TV-Stimme zurück: "Ich bin sehr glücklich, dass ich 31 Jahre meinen Traum beim WDR leben durfte. Jetzt ist auch diese Mission erfüllt." Mit diesem Traum öffnete sie ganz nebenbei ein zuvor schwer zugängliches Berufsfeld für Frauen. WDR-Intendant Tom Buhrow (62) würdigte sie als Pionierin und lebende Legende der deutschen Sportberichterstattung.

Sabine Töpperwien im Jahr 1990
United Archives GmbH
Sabine Töpperwien im Jahr 1990
Sabine Töpperwien in Bremen
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Sabine Töpperwien in Bremen
Sabine Töpperwien mit ihrem Bruder Rolf
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Sabine Töpperwien mit ihrem Bruder Rolf
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Ja, sie ist eine starke Frau und ein großes Vorbild.
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Ach, das lässt mich eher kalt.


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