Netflix statt Paramount-Deal: Warner Bros. lehnt Angebot ab
Der Vorstand von Warner Bros. Discovery hat das jüngste, nachgebesserte Übernahmeangebot von Paramount abgelehnt – und stellt sich geschlossen hinter den bereits unterschriebenen Fusionsplan mit Netflix, wie Deadline berichtete. In einem Brief an die Aktionäre, beschlossen am Dienstag und verschickt am Mittwochmorgen, spricht das Gremium von einem "unterlegenen" Paket und verweist auf höhere Kosten, Risiken und Unwägbarkeiten im Paramount-Deal: "Wir konzentrieren uns darauf, die Fusion mit Netflix voranzutreiben, um Ihnen ihren überzeugenden Wert zu bieten." Während Netflix Studios und Streaming-Assets von Warner gegen Cash und Aktien im Wert von 27,75 Dollar (23 Euro) pro Anteil übernehmen soll, lockt Paramount zwar mit 30 Dollar (25 Euro) je Aktie – doch für Warner zählt die Risiko-Seite. Jetzt liegt der Ball in dem Diskurs, in den sich auch Größen wie Michael B. Jordan (38) einklinken, wieder im Feld von David Ellison (CEO von Paramount Skydance) und seinem Team, die bis zum 21. Januar um die Gunst der Anteilseigner buhlen.
Ein Hauptkritikpunkt am Angebot von Paramount unter der Leitung von David Ellison war die Verwendung erheblicher Schulden zur Finanzierung der Übernahme. Nach Angaben von Warner Bros. Discovery würde der von Paramount vorgeschlagene Deal mit einem Rekord-Kreditvolumen von etwa 94 Milliarden Dollar (über 80,6 Milliarden Euro) durchgeführt werden, ein Betrag, der eine extreme finanzielle Belastung mit sich bringe. Bei der Netflix-Transaktion gäbe es zwar ebenfalls eine Kündigungsgebühr, aber ohne diese Zusatzkosten, betonte der Vorstand: "Der risikobereinigte Wert des Paramount-Angebots ist nicht besser als der der Netflix-Fusion." Selbst die persönliche Garantie Larry Ellisons, einem der reichsten Männer der Welt, in Höhe von 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro) konnte die Bedenken des Warner-Vorstands laut Deadline nicht zerstreuen. Zudem bemängelte man "feindliche" Taktiken und juristische Drohungen von Paramounts Seite, die zusätzlich Zweifel an der Verlässlichkeit des Angebots aufwerfen.
Hinter den Zahlen und Paragrafen stehen zwei prominente Unternehmer-Dynastien und ein knallharter Nervenkrieg um Kontrolle, Egos und Vermächtnis. Auf der einen Seite Larry Ellison, einer der reichsten Männer der Welt, der für seinen Sohn David mit einer persönlichen Milliarden-Garantie in die Bresche springt und so das Hollywood-Imperium unter das eigene Dach ziehen will. Auf der anderen Seite David Zaslav, der amtierende WBD-Chef, der den Konzern nach Jahren harter Sparrunden mit einem geplanten Netflix-Merger neu aufstellen und gleichzeitig die Abspaltung von Discovery Global vorbereiten möchte. Die Ellisons haben inzwischen sechs Offerten vorgelegt. Während Paramount auf einen schnelleren und aus seiner Sicht einfacheren Weg durch die Wettbewerbsbehörden hofft, insistiert Warner, dass sich die regulatorischen Hürden bei beiden Deals in Grenzen hielten. Im Zentrum bleibt damit eine eher persönliche Frage: Wem trauen die Anteilseigner auf lange Sicht mehr – dem Streaming-Schwergewicht Netflix als Partner oder der Ellison-Familie als neuer, hoch verschuldeter Eigentümer?









