Iskra Lawrence spricht über postpartale Depression
Iskra Lawrence (35) spricht so offen wie selten über eine Zeit, die sie fast zerbrochen hätte: Die britische Influencerin und Model-Mama erzählt im Podcast "Ladies Who Launch" mit Rochelle Humes, wie sie 2020, kurz vor der Geburt von Sohn Alpha, ihren langjährigen Job als Gesicht einer großen Unterwäschemarke verlor – nach mehr als sechs Jahren Zusammenarbeit. Mit Partner Philip Payne an ihrer Seite, mitten im Lockdown und nach einem Umzug von New York nach Austin, Texas, kippte ihr Leben in die Ungewissheit. "Ich fühlte mich entsorgbar", schildert Iskra rückblickend. Was folgte, war eine schwere postpartale Depression, die sie so weit herunterzog, dass sie das Duschen einstellte: "Ich fühlte mich nicht einmal würdig, zu duschen", sagt sie im Podcast.
Die 33-Jährige beschreibt, wie der Vertragsknall alte Wunden aufriss: Schon als Teenager hatte sie mit Body-Dysmorphie und einer Essstörung gekämpft. Besonders bitter: Die Marke, mit der sie Anti-Retuschier-Kampagnen und Projekte mit der National Eating Disorder Association vorangetrieben hatte, ließ den Vertrag auslaufen – ausgerechnet, als sie Mutter wurde und Philips Tourmanager-Job pandemiebedingt ruhte. Kontakt zur Familie? Monatelang kaum möglich: Ihre Eltern sahen den Enkel erst nach 18 Monaten. In dieser Leere fand Iskra schließlich einen unerwarteten Anker: die Dusche. Das tägliche Ritual wurde zum Rettungsring – und zur Idee für ihre Bodycare-Linie Saltair, die 2022 startete und seit Ende vergangenen Jahres auch in Großbritannien erhältlich ist. "Wenn ich dusche, mich gut fühle und gut rieche, schaffe ich vielleicht den nächsten Schritt", erklärt sie. Jedes Produkt trägt deshalb den Satz: "Jeder ist willkommen hier."
Privat zeichnet Iskra das Bild einer Frau, die ihre alte Stärke wieder Stück für Stück zusammensetzt. In einem Essay für Today erinnerte sie sich daran, wie sie als "schlafentzogener Zombie" zwischen Babyfläschchen und Umzugskartons nach ihrem früheren Ich suchte – und es beim Anziehen, Eincremen und Fertigmachen am Morgen wiederfand. Auf Instagram schrieb sie damals, sie sei "herzgebrochen", aber dankbar und bereit, eine neue Tür zu öffnen. Saltair entstand aus dieser sehr persönlichen Routine: ein Versuch, diesen kleinen, friedlichen Moment unter warmem Wasser einzufangen – "die Zehen im Sand, Wellenrauschen, ein Hauch salziger Luft". Für die Unternehmerin ist Selbstfürsorge und -liebe dabei nicht Luxus, sondern Nähe: ein paar Minuten für sich, die reichen müssen, bis das Leben wieder lauter wird.







