So landete Influencerin Xenia Tchoumi in den Epstein-Akten
Influencerin Xenia Tchoumi ist überraschend in den neu veröffentlichten Akten rund um Jeffrey Epstein (†66) aufgetaucht – und das gleich 81-mal. Die Schweiz-Russin, früher als Xenia Tchoumitcheva bei den Miss-Schweiz-Wahlen bekannt geworden, suchte Anfang der 2010er-Jahre Mentoring in Sachen Finanzen und Unternehmertum und geriet dabei an den inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter. Laut Medienberichten entstand Ende 2010 ein reger E-Mail-Kontakt zwischen der jungen Unternehmerin und Jeffrey, der sich über mehrere Wochen zog. Vermittelt wurde der Austausch von dem italienischen Unternehmer Tancredi Salvatore Marchiolo, der Xenia in einer Mail als "neue Freundin" ankündigte und fragte, ob sie Jeffrey während eines Aufenthalts in New York kontaktieren dürfe.
Aus den veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass Jeffrey der damaligen Ex-Vize-Miss-Schweiz zunächst das Programm eines Festivals schickte und ihr schrieb, er habe "die zwei wichtigsten Lektionen zu vergeben" und wolle diese per Skype mit ihr teilen. In weiteren E-Mails korrigierte der Finanzier wiederholt Xenias Englisch und ihre Formulierungen, worauf sich die damals etwa 23-jährige Xenia mehrfach für Tippfehler entschuldigte. Der Mailverkehr, datiert zwischen Dezember 2010 und Januar 2011, blieb laut Xenia rein digital und beschränkte sich auf diesen Zeitraum. "Ich suchte nach Investitions- und unternehmerischer Beratung", erklärte sie gegenüber 20 Minuten. Sie habe sich aber sehr schnell mit der Dynamik unwohl gefühlt und den Kontakt deshalb abgebrochen: "Es gab keine fortlaufende Beziehung, keine Zusammenarbeit und keinerlei weitere Verbindung", betonte die Influencerin. In den Unterlagen fänden sich zudem keine Hinweise, dass Xenia von den Straftaten Jeffreys gewusst habe oder in diese verstrickt gewesen sei.
Xenia, die als Kind in die Schweiz kam und 2006 durch ihren zweiten Platz bei der Miss-Schweiz-Wahl in der Öffentlichkeit bekannt wurde, zeigt heute vor allem ihre unternehmerische Seite. Auf Instagram folgen ihr mehr als zwei Millionen Menschen, dort präsentiert sie sich als "digital entrepreneur", Markenbotschafterin und Rednerin und spricht immer wieder über Themen wie Selbstständigkeit und finanzielle Unabhängigkeit. In einem 2020 erschienenen Ratgeberbuch beschreibt sich das Model als Beraterin für High-End- und Lifestyle-Marken und legt dabei besonderen Fokus auf Frauen in der männerdominierten Finanzwelt. Erfahrungen wie jene kurze Begegnung mit Jeffrey hätten sie laut 20 Minuten zusätzlich motiviert, sich öffentlich für mehr Sichtbarkeit und Unterstützung von Frauen in Business und Banking starkzumachen – ein Thema, das zuletzt auch andere prominente Namen aus den Epstein-Akten in ein ungewohnt grelles Licht rückte, wenn alte Kontakte plötzlich neu bewertet werden.






