Marius Borg Høiby vor Gericht: Seine Geschwister verreisen

Marius Borg Høiby vor Gericht: Seine Geschwister verreisen

- Sandrine Palme
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Seit Dienstag, den 3. Februar 2026, steht Marius Borg Høiby (29) in Oslo vor Gericht – und das unter massivem öffentlichen Druck. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) muss sich in insgesamt 38 Anklagepunkten verantworten, darunter schwere Vorwürfe, für die ihm im schlimmsten Fall bis zu 16 Jahre Haft drohen. Während Marius im Gerichtssaal sitzt, sind seine Halbgeschwister weit weg vom Prozessgeschehen: Prinzessin Ingrid Alexandra (22) wurde am Flughafen Oslo-Gardermoen auf dem Weg nach Sydney gesichtet, Prinz Sverre Magnus (20) wenige Stunden später ebenfalls am selben Airport. Unterstützung aus der ersten Reihe der norwegischen Königsfamilie im Gerichtssaal bleibt dem Angeklagten damit sichtbar verwehrt.

Nach Informationen der norwegischen Zeitung Se og Hør begleiteten Mette-Marit und Kronprinz Haakon (52) ihre Tochter persönlich zum Flughafen, bevor sich Ingrid Alexandra mutmaßlich wieder auf den Weg zu ihrem Studium in Australien machte. Die 22-Jährige studiert in Sydney Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Internationale Beziehungen und Politische Ökonomie, das neue Semester startet dort um den 23. Februar. Auch ihr Bruder Sverre Magnus, der seit Oktober in Italien lebt, wurde am Dienstag am Flughafen Oslo-Gardermoen abgelichtet. Ein Palaststatement hatte zuvor erklärt, der 20-Jährige erkunde dort "verschiedene Möglichkeiten, unter anderem im Bereich Film und Fotografie". Haakon hatte wenige Tage vor Prozessbeginn außerdem angekündigt, Mette-Marit habe für die kommenden Wochen eine "private Reise" geplant und wolle den Prozess ihres Sohnes "über die Medien" verfolgen.

Im Mittelpunkt der Verhandlungen in Oslo stehen schwere Vorwürfe gegen Marius, darunter mutmaßliche Vergewaltigungen, Körperverletzungen und Drogenvergehen. Der Angeklagte hatte zum Auftakt der Verhandlung bereits zu einigen Punkten Stellung genommen, Teile der Beweisaufnahme finden wegen sensibler Inhalte unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Haakon betonte vor Beginn des Prozesses gegenüber norwegischen Medien, man denke an "alle Beteiligten" und wisse, dass "viele von ihnen derzeit eine schwere Zeit durchmachen". Zugleich stellte der künftige König klar, dass Marius "kein Mitglied des Königshauses" sei und als Privatperson für sich selbst einstehe, während er dennoch versicherte: "Wir lieben ihn, und er ist ein wichtiger Teil unserer Familie." In dieser Spannung zwischen familiärer Nähe und offizieller Distanz verfolgt die Öffentlichkeit nun aufmerksam, wie sich das Verfahren und das Leben der eng verbundenen, aber räumlich verstreuten Familie weiterentwickeln.

Marius Borg Høiby, 2022
Getty Images
Marius Borg Høiby, 2022
Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Ingrid Alexandra von Norwegen 2018
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Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Ingrid Alexandra von Norwegen 2018
Die norwegische Kronprinzen-Familie
ASERUD, LISE / AFP / Getty Images
Die norwegische Kronprinzen-Familie
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