Marius Borg Høiby vor Gericht: So startete der 2. Prozesstag
Im Saal 250 des Gerichts in Oslo hat am zweiten Prozesstag gegen Marius Borg Høiby (29) die als "Skaugum-Frau" bekannte Zeugin ihre Aussage fortgesetzt. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) war dieses Mal während ihrer Darstellung anwesend und verfolgte die Schilderungen aus nächster Nähe. Es geht um einen mutmaßlichen Vorfall aus dem Dezember 2018 in Skaugum, dem Wohnsitz des norwegischen Kronprinzenpaares. Marius hatte am Vortag auf nicht schuldig plädiert. Laut Bild soll der Prinz während der Sitzung immer wieder desinteressiert und beinahe arrogant gewirkt haben. Im Raum standen erneut schwere Vorwürfe, erschütternde Details – und die Frage, was in jener Nacht wirklich geschah.
Die Zeugin beschrieb vor Gericht einen vollständigen Blackout, den sie so noch nie erlebt habe. Sie sagte, sie sei sich sicher, dass ihr dabei Drogen verabreicht wurden. "Ja, hundertprozentig", antwortete sie auf die entsprechende Nachfrage des Staatsanwalts, wie die Zeitung VG berichtet. Erst als ihr auf dem Polizeirevier Video- und Fotomaterial gezeigt worden sei, habe sie von einem möglichen Übergriff erfahren. In vier Sequenzen aus ihrer damaligen Vernehmung ist zu sehen, wie sie emotional zusammenbricht und in Tränen ausbricht, als ihr klar wird, was die Aufnahmen zeigen. "Ich konnte nicht glauben, dass Marius mir so etwas angetan hatte. Es war ein echter Verrat und ein Schock", zitiert VG die Frau weiter. Zuvor habe sie keinerlei Erinnerung an das Geschehen gehabt und nicht gewusst, dass sie offenbar nicht bei Bewusstsein war.
Marius verfolgte die Aussage dieses Mal im Saal, nachdem er am Vortag noch in einen Nebenraum ausgewichen war. Der Angeklagte sieht sich einer Fülle von Vorwürfen gegenüber, hatte zum Prozessauftakt einige Punkte eingeräumt und andere bestritten. Abseits des juristischen Schlagabtauschs spielt sich im Saal auch ein stilles Drama ab: Die Zeugin ringt mit der Erinnerungslücke und der Konfrontation mit belastendem Material, während der Prinz nahezu regungslos bleibt. Im Umfeld des Royals wird der Ton leiser; im Fokus steht jetzt, was zwischen den Beteiligten einst als freundschaftlicher Kontakt begann und in eine Nacht mündete, über die beide Seiten heute völlig unterschiedlich sprechen.








