Aussage vor Gericht: Marius Borg Høiby hat Gedächtnislücken
Es ist der Moment, auf den in Oslo viele gewartet haben: Vor Gericht schildert Marius Borg Høiby (29) erstmals persönlich seine Sicht auf eine Partynacht im Dezember 2018. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, mit der er in einem Club in Norwegen nach eigenen Angaben zunächst feiern war und die er später mit auf Schloss Skaugum genommen haben soll. Laut Anklage soll es zuvor auf der Toilette des Clubs zu sexuellen Handlungen gekommen sein, die die Frau als einvernehmlich, aber abgebrochen beschreibt. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) erklärt nun, er könne sich an diesen angeblichen Sex auf der Toilette nicht erinnern. Gleichzeitig belasten ihn Fotos und Videos aus der Residenz, die intime Berührungen zeigen sollen, während die Frau offenbar nicht in der Lage gewesen sei, sich zu wehren. Auch an diese Aufnahmen, so sagt er, habe er keine Erinnerung.
In seiner Aussage, über die unter anderem Nettavisen berichtet, beschreibt der 29-Jährige eine Nacht voller Alkohol – und voller Lücken in seinem Gedächtnis. Die Frau hatte am Dienstag vor Gericht erklärt, sie habe den Sex auf der Toilette von sich aus beendet. Dem stellt Marius seine Erinnerungslosigkeit entgegen: "Ich höre die Frau sagen, dass wir Sex hatten, nachdem wir weniger Leute geworden waren, aber daran kann ich mich nicht erinnern. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass wir dort Sex hatten. Aber es kann ja sein, dass es passiert ist." Wie er nach der Clubnacht überhaupt zur Afterparty auf Schloss Skaugum gekommen ist, bleibt für ihn nach eigener Darstellung ebenfalls im Dunkeln. "Ich habe das Gefühl, dass ein Freund unterwegs Alkohol besorgt hat, aber ich weiß nicht, ob ich alleine oder mit anderen ein Taxi genommen habe", wird er zitiert. Sicher sei er sich nur darin, dass seine Familie im Haus war: "Meine Eltern und meine Schwester waren zu Hause, aber der Keller ist ziemlich schallisoliert." Zu den brisanten Fotos und Videos aus der Nacht sagt er schließlich: "Ich kann mich nicht daran erinnern, diese Fotos gemacht zu haben."
Am Mittwoch hatte Marius in Oslo erstmals ausführlich vor Gericht gesprochen. Nach Medienberichten stand er dabei insgesamt 38 Anklagepunkten gegenüber – darunter auch vier mutmaßlichen Vergewaltigungen. Die Frau schilderte erneut, dass sie sich nach einer gemeinsamen Partynacht mit Marius und anderen auf Schloss Skaugum an vieles nur bruchstückhaft erinnern könne. Sie habe später das Anwesen verlassen und sich in "gutem Gefühl" befunden. Dass ihr im Nachhinein Bilder vorgelegt wurden, auf denen sie vollkommen bewusstlos gewirkt habe, habe sie eigenen Angaben zufolge schockiert. "Ich sehe völlig bewusstlos aus und denke: 'Was ist das? Hat jemand ein Foto von mir gemacht, während ich schlafe?'", berichtete sie laut Dagbladet. Ermittler verwiesen zudem auf Videos, die auf dem Computer von Marius gefunden wurden und intime Szenen zeigen sollen.






