Epsteins "Modelscout" steht wegen Vergewaltigung vor Gericht

Epsteins "Modelscout" steht wegen Vergewaltigung vor Gericht

- Jannike Wacker
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Daniel Siad soll nicht nur ein enger Vertrauter Jeffrey Epsteins (†66) gewesen sein, sondern für ihn auch die Rolle des "Mädchenjägers" eingenommen haben. So wird er zumindest in den Epstein-Akten bezeichnet. Am Dienstag geriet der Franzose selbst in den Fokus der Behörden: Das schwedische Model Ebba Karlsson zeigte Daniel wegen Vergewaltigung und Menschenhandel an. Berichten von Stern zufolge wirft sie ihm vor, sie im Alter von 20 Jahren in Südfrankreich festgehalten zu haben. Der ehemalige Headhunter wehrt sich auf X gegen die Anschuldigungen und betont, Epstein habe "sein Vertrauen missbraucht". "Ich konnte nicht wissen, wie gefährlich er war", erklärt Daniel in seinem Post.

Die Dokumente, die im Rahmen der Epstein-Files nach und nach veröffentlicht werden, scheinen das aber zu widerlegen. Sie weisen nach, dass Daniel den Sexualstraftäter mit Bildern und Beschreibungen junger Mädchen und Frauen versorgte. Er empfiehlt sie und schlägt Epstein auch Treffen vor. Die Akten enthalten zudem E-Mails zwischen den beiden, in denen Daniel betont, wie groß sein Respekt vor dem US-Amerikaner ist. Sich selbst beschreibt er laut der Nachrichtenagentur AFP als "Fischer": "In diesem Geschäft fühle ich mich wie ein Fischer, manchmal fische ich schnell etwas, manchmal gibt es keinen Fisch." Zudem weisen die Dokumente regelmäßige Bezahlungen von Epstein an Daniel nach. Insgesamt ist sein Name über 1.000 Mal genannt.

Die Offenlegung der Epstein-Akten verdeutlicht immer mehr die Verbindungen des ehemaligen Investmentbankers nach Hollywood, in die Politik und zu den Königshäusern. Wiederkehrende Namen sind dabei unter anderem jene von US-Präsident Donald Trump (79) oder Andrew Mountbatten Windsor (65). Von Freundschaft oder Loyalität kann hier allerdings nicht unbedingt die Rede sein. Ein frisch veröffentlichtes FBI-Protokoll verrät beispielsweise, dass Trump 2006 die Polizei von Palm Beach rief, um Epstein wegen Zwangsprostitution von Minderjährigen anzuzeigen. Zu den Beamten soll er Berichten des Miami Herald zufolge gesagt haben: "Gott sei Dank stoppen Sie ihn. Jeder weiß, dass er das getan hat."

Jeffrey Epstein
IMAGO / ZUMA Press Wire
Jeffrey Epstein
Jeffrey Epstein im Jahr 2019
ActionPress / CapitalPictures
Jeffrey Epstein im Jahr 2019
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