

Netflix-Doku über Jeffrey Epstein stürmt die Streamingcharts
Die Gerichtsdokumente zum Fall von Jeffrey Epstein (†66) schlagen weltweit hohe Wellen – und genau deswegen stürmt auf Netflix derzeit die vierteilige Dokureihe "Jeffrey Epstein: Stinkreich" an die Chart-Spitze. Seit dem 11. Februar steht die Produktion in Deutschland auf Platz eins der Serien-Hitliste, angefeuert von der Debatte um die frisch geöffneten "Epstein Files". Darin geht es um den einst einflussreichen Financier, dessen Netzwerk aus Helfern und Mitwissern und um die Frage, wer wann was wusste. Die Serie von Lisa Bryant lockt True-Crime-Fans vor die Bildschirme, die sich zu Hause durch Interviews, Akten und Aussagen klicken – und dabei aufwühlende Einblicke in ein System aus Macht, Geld und Missbrauch bekommen.
"Jeffrey Epstein: Stinkreich" zeichnet Aufstieg und Fall des Unternehmers nach, zeigt seinen Weg in die Finanzwelt und erklärt, wie ein Konstrukt aus Abhängigkeiten, Manipulation und Protektion funktionierte. Im Fokus stehen die Betroffenen, darunter Frauen wie Virginia Giuffre (†41) und Maria Farmer, die vor der Kamera schildern, wie sie rekrutiert, gedrängt und jahrelang zum Schweigen gebracht wurden. Die Doku beleuchtet außerdem den umstrittenen "Sweetheart Deal" von 2008, durch den Epstein härteren Strafen entkam, und greift die erneute Berichterstattung zu den aktuell ausgewerteten Akten auf. Die Reihe kletterte in dutzenden Ländern zurück auf Platz eins, während Kritiken bei Rotten Tomatoes 81 Prozent Fachpresse-Zustimmung und 67 Prozent beim Publikum ausweisen. Stimmen aus den Reviews sprechen von einem "äußerst wichtigen Zeugnis" und warnen gleichzeitig. "Es ist fast zu widerlich, um es anzusehen", heißt es in einem der zitierten Urteile.
Hinter der Serie steht Regisseurin Lisa Bryant, die das Material ohne Sensationslust montiert und die Aussagen der Überlebenden in den Mittelpunkt rückt. Grundlage ist das Enthüllungsbuch "Filthy Rich" von James Patterson, das die Doku in ruhigem Ton, aber mit deutlichen Worten begleitet. Abseits des Bildschirms bleibt der Fall ein Synonym für gebrochene Vertrauenslinien und persönliche Folgen, über die die Frauen heute selbstbestimmt sprechen. Viele schildern, warum sie sich entschieden haben, ihre Geschichte öffentlich zu machen – um sich Gehör zu verschaffen, um Kontrolle zurückzugewinnen und um anderen Mut zu geben, über erlittene Gewalt zu reden. Genau diese Stimmen tragen den Sog der Doku, die derzeit so viele Streamer in ihren Bann zieht.








