Beamte lenkten Medien mit einer falschen Epstein-Leiche ab
Ein brisanter Eintrag in neu veröffentlichten Akten zum Tod von Jeffrey Epstein (†66) wirbelt New York erneut auf: Ein Gefängnisbeamter gab dem FBI nur zwei Tage nach dem Vorfall zu Protokoll, dass Reporter vor der Haftanstalt 2019 gezielt mit einer falschen Leiche in die Irre geführt worden seien. Demnach sei am Morgen nach dem mutmaßlichen Suizid im Metropolitan Correctional Center ein weißes Fahrzeug der Gerichtsmedizin als Köder vorgefahren, während ein schwarzer Wagen unbemerkt den echten Körper abtransportierte. Federführend bei dem Manöver war laut Aussage ein Vertreter der Gerichtsmedizin. Die Enthüllung, über die zuerst die Daily Mail berichtete, lässt die ohnehin aufgeladene Stimmung rund um den Fall weiter hochkochen und stellt neue Fragen an die beteiligten Behörden.
In dem Protokoll heißt es wörtlich: "Um die Medien zu täuschen, schufen sie aus Kartons und Laken eine scheinbar menschliche Leiche, die in das weiße OCME-Fahrzeug gelegt wurde." Die Beamten-Namen sind geschwärzt. Laut der Darstellung verfolgten die vor dem Gefängnis wartenden Journalisten anschließend das weiße Fahrzeug, während der schwarze Wagen mit Jeffreys Leichnam ungestört die Laderampe verließ. Der pikante Vorgang reiht sich ein in eine Nacht voller Ungereimtheiten: ausgefallene Kameras im Zellentrakt, ausbleibende Kontrollgänge nach 22:40 Uhr und die Verlegung eines vorgesehenen Zellengenossen nur einen Tag zuvor. Ein späterer Bericht des US-Justizministeriums sprach von "schweren und systematischen Versäumnissen". Für zusätzliche Irritation sorgten zuletzt ein orangefarbener Schatten auf einer Überwachungskamera nahe der Treppe zu Jeffreys Zelle sowie ein Brief der Generalstaatsanwaltschaft mit Datum 9. August 2019, obwohl der offizielle Todestag auf den 10. August datiert ist. Das Ministerium sprach von einem Tippfehler.
Im Sog der Enthüllungen geriet auch Donald Trump (79) erneut in den Fokus der Epstein-Affäre – überraschend jedoch diesmal in einem ganz anderen Licht. Unter Berufung auf ein kürzlich veröffentlichtes FBI-Protokoll berichteten US-Medien, dass Donald bereits 2006 selbst die Polizei in Palm Beach über Hinweise auf Jeffrey informiert habe. Demnach habe Donald dem damaligen Polizeichef mitgeteilt, er habe Jeffrey aus seinem Mar-a-Lago-Club ausgeschlossen. "Gott sei Dank stoppen Sie ihn. Jeder weiß, dass er das getan hat", zitierte der Miami Herald den US-Präsidenten. Auch Ghislaine Maxwell (64), die enge Vertraute von Jeffrey, sei von Donald als "böse" und "Agentin" bezeichnet worden. Der Polizeichef erklärte laut Protokoll, Donald sei einer der ersten gewesen, die sich damals mit Hinweisen an die Behörden wandten.






