

Stefanie Giesinger appelliert: "Frauen müssen wütender sein"
Dank Stefanie Giesinger (29) wurde Cannes jetzt ganz unverhofft zur Bühne für Systemkritik: Bei den Filmfestspielen an der Côte d'Azur nutzte das Model die erste "House of Magnum"-Fashionshow für eine deutliche gesellschaftspolitische Ansage. Die einstige GNTM-Siegerin schwebte zwar zunächst engelsgleich mit Modelmama Heidi Klum (52) über den Laufsteg, zeigte sich im anschließenden Interview mit Kurier jedoch von einer ganz anderen Seite. Statt eines klassischen Gute-Laune-Interviews gab die 29-Jährige offene Einblicke in das, was sie gerade wirklich beschäftigt: strukturelle Benachteiligung und Gewalt gegen Frauen.
Je älter sie werde, desto schärfer reagiere ihr persönlicher Radar auf Sexismus in Medien und Werbung, erklärt Stefanie. Ihre unmissverständliche Kernbotschaft an alle Frauen lautete daher: "Wir müssen wütender sein!" Dabei zeigte sich die Podcasterin auch kämpferisch gegenüber den unbarmherzigen Gesetzen der Modebranche. Dem grassierenden Ageism und hämischen Kommentaren zu ihrem bevorstehenden 30. Geburtstag setzte sie eine trotzige Selbstgewissheit entgegen: "Jetzt erst recht! Und ja, ich esse noch das siebte Eis und ja, ich bin 30 und gehe auf den Laufsteg." Ihre Prominenz und das Privileg, derartige Veranstaltungen zu besuchen, wolle sie gezielt einsetzen, um Missstände im Patriarchat anzuprangern, statt nur für schöne Hochglanzmomente zu sorgen.
Privat träumt Stefanie übrigens von der klassischen Idylle: Natur, Kinder, Hochzeit – ein starker Kontrast zu den kräftezehrenden Schlachten im Modezirkus, von denen sie ihren Followern regelmäßig berichtet. Gleichzeitig blickt sie liebevoll auf ihre bisherige Reise zurück – und würde ihr jüngeres Ich am liebsten in den Arm nehmen, wie sie erklärt. Dass es für sie als Person der Öffentlichkeit nicht immer leicht war, hat sie schon in ihrem Podcast "G Spot" mehrfach deutlich gemacht, in dem sie offen über Druck, Körperideale und schmerzhafte Erfahrungen in der Branche spricht.





