Sollte Prinzessin Victoria gar nicht Thronfolgerin werden?

Sollte Prinzessin Victoria gar nicht Thronfolgerin werden?

- Louisa Riepe
Lesezeit: 2 min
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König Carl Gustaf (80) soll einst große Vorbehalte dagegen gehabt haben, dass Prinzessin Victoria (49) an die Spitze der schwedischen Thronfolge rückte. Dabei richtete sich seine Kritik offenbar nicht gegen seine Tochter persönlich, sondern gegen die rückwirkende Änderung des Gesetzes zum 1. Januar 1980. Durch sie verlor ihr jüngerer Bruder Prinz Carl Philip (47) den Kronprinzentitel, den er seit seiner Geburt getragen hatte. Das berichtet Hofexperte Johan T. Lindwall in seinem im Juni 2026 veröffentlichten Buch "Silvia – die Königin, die die Monarchie rettete". Hinter den Palastmauern soll Königin Silvia ihrem Mann damals entschieden widersprochen haben. Für Silvia sei klar gewesen, dass stets das älteste Kind den Thron erben sollte – unabhängig vom Geschlecht. In emotionalen Diskussionen habe sie die Haltung ihres Mannes deshalb als "altmodisch" und "rückwärtsgewandt" bezeichnet. Das Portal Allt om kungligt griff Lindwalls Schilderungen auf und berief sich zusätzlich auf Personen, die Einblick in die Königsfamilie gehabt haben sollen.

Bei Victorias Geburt 1977 durften in Schweden nämlich nur männliche Nachkommen den Thron erben. Deshalb wurde der 1979 geborene Carl Philip zunächst Kronprinz. Mit der Einführung der vollständig kognatischen Thronfolge ab 1980 änderte sich das: Fortan erhielt das erstgeborene Kind unabhängig vom Geschlecht den Vorrang. Carl Gustaf erklärte später, ihn habe vor allem gestört, dass die Neuregelung auch für seinen bereits geborenen Sohn galt. In der SVT-Dokumentation "Sveriges sista kungar" sagte er: "Gesetze, die rückwirkend gelten, das ist doch nicht vernünftig, das finde ich immer noch." Zudem betonte der Monarch dort: "Mein Sohn Prinz Carl Philip war bereits geboren, und dann ändert man plötzlich die Regelung, sodass ihm alles wieder entzogen wird. Das finde ich ziemlich seltsam." Nachdem die Äußerungen 2023 für Aufsehen gesorgt hatten, teilte der Hof mit, der König sei missverstanden worden und unterstütze Victoria als Kronprinzessin. Die damalige Umsetzung hatte Carl Gustaf zuvor dennoch als "ungerecht" und "schrecklich" bezeichnet.

Heute steht Victoria unangefochten an erster Stelle der schwedischen Thronfolge und wird seit Jahren auf ihre künftige Aufgabe als Staatsoberhaupt vorbereitet. Direkt hinter ihr folgt ihre Tochter Prinzessin Estelle (14). Damit könnte auch in der nächsten Generation eine Frau die Krone übernehmen. Ein freiwilliger und baldiger Thronwechsel zeichnet sich allerdings nicht ab. Kurz vor seinem 80. Geburtstag am 30. April 2026 stellte Carl Gustaf laut Svenska Dagbladet klar, dass er seine Pflichten weiter erfüllen wolle, solange seine Kräfte dafür ausreichen.

Kronprinzessin Victoria beim Victoriapreis am 14. Juli 2026 in Borgholm
Imago
Kronprinzessin Victoria beim Victoriapreis am 14. Juli 2026 in Borgholm
Kronprinzessin Victoria, Prinz Daniel, Prinz Philip, Prinzessin Madeleine im September 2017
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König Carl Gustaf, Januar 2024
Getty Images
König Carl Gustaf, Januar 2024
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