Luigi Mangione steht vor Gericht: Anonyme Jury wegen Fans
Luigi Mangione ist am Dienstag erneut vor dem New York Supreme Court in New York City erschienen. Dem 28-Jährigen wird vorgeworfen, den UnitedHealthcare-Chef Brian Thompson im Jahr 2024 getötet zu haben. Bei dem Termin im Vorfeld des Mordprozesses traf Richter Gregory Carro eine wegweisende Entscheidung: Die Geschworenen sollen anonym bleiben. Wie People berichtet, bedeutet das, dass identifizierende Informationen über die Jurymitglieder je nach Vorgabe gegenüber den Verfahrensparteien, der Öffentlichkeit oder beiden Seiten verborgen werden. Ausschlaggebend waren Bedenken der Staatsanwaltschaft. Sie hatte die Sorge geäußert, dass Anhänger des Angeklagten Geschworene einschüchtern könnten. Die Auswahl der anonymen Jury soll am 8. September beginnen. Damit rückt der Start des eigentlichen Verfahrens ein gutes Stück näher.
Für zusätzlichen Zündstoff sorgte bei dem Termin die Frage, in welchem Umfang Öffentlichkeit und Presse zum Prozess zugelassen werden. Mangiones Verteidiger hatten Ende Juli eine offenbar teilweise Beschränkung kritisiert, nachdem sie erfahren hatten, dass lediglich 68 Journalisten zugelassen werden sollten. Die Staatsanwaltschaft wies die Kritik als unbegründet zurück und betonte, weder am Zugangskonzept noch an der Auswahl der Reporter beteiligt gewesen zu sein. Gleichzeitig äußerte sie die Sorge, ein zusätzlicher Übertragungsraum könne das Risiko von Fehlverhalten unter Zuschauern erhöhen. Die Staatsanwaltschaft wies die Kritik als unbegründet zurück und betonte, weder am Zugangskonzept noch an der Auswahl der Reporter beteiligt gewesen zu sein. Gleichzeitig äußerte sie die Sorge, ein zusätzlicher Übertragungsraum könne das Risiko von Fehlverhalten unter Zuschauern erhöhen. Die Verteidigung sah daraufhin Zweck und Inhalt ihres Antrags falsch dargestellt. Gregory bestätigte laut People, dass ein zusätzlicher Raum eingerichtet werde, und stellte klar: "Es hat zu keinem Zeitpunkt eine Diskussion oder Entscheidung dieses Gerichts gegeben, die Öffentlichkeit oder die Presse auszuschließen oder einzuschränken. Ganz im Gegenteil." Auch sonst wurde der Richter deutlich: "Zu keinem Zeitpunkt spielte die Staatsanwaltschaft irgendeine Rolle. Jede Andeutung, dass die Staatsanwaltschaft beteiligt ist, ist falsch." Den Streit nannte er eine "leichtfertige Falschdarstellung des ethischen Vorgehens dieses Gerichts" und ergänzte: "Ich will davon nichts mehr hören."
Laut Anklage soll Luigi am 4. Dezember 2024 in Midtown Manhattan auf Brian geschossen und ihn getötet haben. Im New Yorker Verfahren werden ihm Mord zweiten Grades sowie Waffendelikte zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung drohen ihm 25 Jahre Haft bis lebenslänglich. Parallel läuft ein separates Bundesverfahren, das Anfang 2027 beginnen soll. Dort wollen die Anwälte des Angeklagten seine damalige emotionale Verfassung zur Grundlage ihrer Verteidigungsstrategie machen. Wie groß der Rückhalt eines Teils der Öffentlichkeit ist, zeigte sich zuletzt an seinem 28. Geburtstag, den er im Gefängnis verbrachte: Rund um dieses Datum ging bei dem Fonds, über den seine Verteidigung finanziert wird, eine Spende in Höhe von 28.000 US-Dollar ein.







