Hollywood lässt "Matrix"-Regisseurin Wachowski abblitzen

Hollywood lässt "Matrix"-Regisseurin Wachowski abblitzen

- Nurin Khalil
Lesezeit: 2 min
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Lilly Wachowski hat mit Matrix Filmgeschichte geschrieben – doch für ihr neues Projekt findet die Regisseurin derzeit keine Geldgeber. Im Podcast "The Business" des Radiosenders KCRW berichtete sie, dass ihr dystopischer Politthriller "The Hunted" bislang an der Finanzierung scheitert. Das Drehbuch entstand gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Mickey Ray Mahoney und ist als Reaktion auf die derzeitige Lage von trans Menschen gedacht. Mit einem veranschlagten Budget von 8,6 Millionen Euro wäre der Film für Hollywood-Maßstäbe eher ein kleines Vorhaben. Zum Stolperstein wird offenbar vor allem ein anderer Punkt: Wachowski möchte den Film ausschließlich mit trans Darstellenden besetzen – und genau das schreckt potenzielle Investoren ab. Mit Blick auf die schrumpfenden Möglichkeiten für unterrepräsentierte Stimmen in der Branche sagte sie: "Es ist gerade nicht die beste Zeit in der Branche, um zu versuchen, solche Dinge zu machen."

Aufgeben will die Filmemacherin trotzdem nicht. Das Schreiben von "The Hunted" habe für sie im KCRW-Interview wie ein Ventil funktioniert. Es sei extrem kathartisch gewesen, ihre Wut und Frustration über den Umgang mit trans Menschen in die Geschichte einfließen zu lassen. Statt das Projekt in der Schublade verschwinden zu lassen, sucht Wachowski nun nach anderen Wegen, um den Stoff einem Publikum zugänglich zu machen. Anfang des Monats gab es dafür bereits einen ersten Schritt: Im Dynasty Typewriter Theater in Los Angeles wurde das Drehbuch in einer Live-Lesung präsentiert. Deadline hatte im Juni im Zusammenhang mit der Veranstaltung berichtet, dass "The Hunted" von der Produktionsfirma der Schauspielerin Natasha Lyonne (47) entwickelt werde. Ein Studio oder ein Startdatum für die Dreharbeiten gibt es bislang aber nicht.

Für Lilly ist das Projekt auch eine persönliche Angelegenheit. Gemeinsam mit Mickey verfasste sie das Skript und will trans Stimmen konsequent in den Mittelpunkt stellen. Bekannt wurde sie an der Seite ihrer Schwester Lana Wachowski: Zusammen inszenierten die beiden "Matrix" und schufen damit einen Meilenstein des Science-Fiction-Kinos. Weltweit spielte das Franchise mehr als 1,7 Milliarden US-Dollar ein, der erste Teil wurde mit vier Oscars in technischen Kategorien ausgezeichnet. Schon vor ihrem großen Durchbruch hatten sich die Schwestern mit dem queeren Thriller "Bound" einen Namen gemacht. Mit "The Hunted" will Lilly nun erstmals ausdrücklich auf die Lebensrealität von trans Menschen reagieren – auch wenn der Weg dorthin länger dauert als gedacht.

Lilly Wachowski bei Planned Parenthoods "Sex, Politics, Film & TV" Empfang beim Sundance Film Festival 2020 in Park City
Getty Images
Lilly Wachowski bei Planned Parenthoods "Sex, Politics, Film & TV" Empfang beim Sundance Film Festival 2020 in Park City
Lilly Wachowski und Lana Wachowski bei den Australians in Film Awards Gala 2013 in Beverly Hills
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Lilly Wachowski und Lana Wachowski bei den Australians in Film Awards Gala 2013 in Beverly Hills
Lilly Wachowski bei den 33rd Annual GLAAD Media Awards im Beverly Hilton, Beverly Hills, 2. April 2022
Getty Images
Lilly Wachowski bei den 33rd Annual GLAAD Media Awards im Beverly Hilton, Beverly Hills, 2. April 2022
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