Max Giesinger lässt sich bei Auftritten leicht verunsichern
Auch ein erfahrener Bühnenstar ist nicht vor Selbstzweifeln befreit: Max Giesinger (37) lässt sich bei Konzerten an schlechten Tagen schnell verunsichern. Darüber spricht der Sänger mit Guido Maria Kretschmer (61) in einer neuen Folge des Podcasts "feinstoff". Wenn Max ohnehin nicht gut drauf ist, beobachtet er selbst kleinste Reaktionen der Konzertbesucher besonders genau. Schon zwei lachende Menschen können ihn aus dem Konzept bringen und seine Stimmung noch während des Auftritts dämpfen. "Wenn ich dann irgendetwas sehe, was mich triggert wie: 'Da lachen zwei', dann denke ich: 'Lachen die jetzt über mich?' und das kann mich in der Show dann runterschrauben", erklärt der Musiker. Das Lachen bezieht er in diesem Moment also rasch auf sich und seine Leistung. Besonders an Tagen, an denen er sich auf der Bühne ohnehin unsicher fühlt, können solche vermeintlichen Signale aus dem Publikum seine Zweifel weiter verstärken.
Inzwischen gelinge es Max jedoch besser, solche Situationen loszulassen. Er versuche, das Verhalten der Besucher nicht sofort auf sich zu beziehen. "Vermutlich haben die gerade einfach eine gute Zeit und es liegt wahrscheinlich nicht an mir", beruhigt er sich dann. Wie es ihm nach einem Auftritt geht, hänge dennoch stark von seiner eigenen Bewertung ab. Ein gelungenes Konzert könne ihn ein bis zwei Tage lang beflügeln. Sei er mit einer Show dagegen unzufrieden, halte er sich für das "größte Arschloch". "Also, es ist sehr an meine Leistung geknüpft tatsächlich", räumt Max ein. Guido rät ihm daraufhin, Menschen mit schlechter Stimmung oder ablehnender Haltung innerlich auszublenden. Der Modedesigner gehe bei Auftritten selbst anders damit um: "Die würde ich sofort rauslassen. Ich nehme immer die Energie von allen und habe dann das Gefühl, ich bin im Publikum in dem Moment", erklärt er.
Dass beruflicher Erfolg und sein seelisches Befinden zeitweise eng miteinander verbunden waren, hatte Max bereits zuvor offen geschildert. Mit seinem Hit "80 Millionen" gelang dem Musiker 2016 der große Durchbruch. Der Song machte ihn nahezu über Nacht in ganz Deutschland bekannt und veränderte seinen beruflichen Alltag grundlegend. Zunächst erlebte Max diese intensive Phase als euphorisch. Nach dem plötzlichen Erfolg blieb kaum Zeit zum Innehalten, denn für den Sänger ging es anschließend weiter auf Tour. Gegen Ende desselben Jahres änderte sich sein Befinden allerdings deutlich. Während er bei seinen Auftritten nach außen weiterhin gut gelaunt wirkte und für sein Publikum auf der Bühne stand, sah es in seinem Inneren ganz anders aus. Max geriet damals in ein schweres seelisches Tief. Damit zeigte sich schon zu Beginn seiner großen Karriere, wie stark äußere Erfolge und seine persönliche Gefühlslage auseinandergehen konnten.










