Natalie Imbruglia lebte vor "Torn" mittellos im Keller
Natalie Imbruglia (51) hat mit "Torn" einen der größten Hits der 90er gelandet – doch hinter den Erfolgen steckten auch zwei tiefe Krisen. Im Podcast "Begin Again" sprach die Sängerin jetzt mit Davina McCall offen über beide Phasen. Nach ihrem Ausstieg aus der australischen Serie "Neighbours", in der sie von 1992 bis 1994 Beth Brennan spielte, zog sie nach England – und stand plötzlich ohne Geld da. Wegen Visaproblemen durfte sie zunächst gar nicht als Schauspielerin arbeiten. Obwohl sie durch die Soap einem Millionenpublikum bekannt war, landete sie mittellos im Keller eines riesigen Hauses im Londoner Stadtteil Chelsea. Jahre später, als ihr Debütalbum "Left of the Middle" und die Single "Torn" von 1997 durch die Decke gingen, folgte der nächste Rückschlag: Die Arbeit am zweiten Album "White Lilies Island" und die ständigen Nachfragen dazu setzten ihr so stark zu, dass sie an Agoraphobie litt und sich kaum noch vor die Tür traute.
Direkt nach "Neighbours" hielt sich Natalie mit Clubauftritten und Autogrammstunden über Wasser – bezahlt wurde sie dafür mit Bargeld, das sie in Briefumschlägen erhielt. Als diese Einnahmen versiegten, feierte sie viel und hatte keine Idee, wie es beruflich weitergehen sollte. "Das Geld ging mir aus. Ich lebte im Keller eines Hauses in Chelsea, was ziemlich seltsam war: Ich hatte kein Geld, wohnte aber in einer riesigen Villa in Chelsea, allerdings eben nur im Keller. Und ich führte viele Gespräche mit Gott darüber, wie schön es wäre, wenn ich jemals wieder Glück hätte", erinnerte sie sich. Zum Wendepunkt wurde ein Anruf ihres Vaters, der wissen wollte, wann sie sich endlich einen Job suche. Zunächst reagierte sie wütend, schämte sich dann aber so sehr, dass sie etwas an ihrer Lage änderte. Mit einem Plattenvertrag bei RCA und "Torn" gelang schließlich der Neustart.
Der Song stand 1998 elf Wochen an der Spitze der US-Billboard-Radio-Songs-Charts, ihr Debütalbum verkaufte sich mehr als eine Million Mal in Großbritannien und über zwei Millionen Mal in den USA. Doch der Erfolg hatte seinen Preis. "Es war sehr viel Druck. Dann kam die Agoraphobie. Ich hatte schreckliche Angst, rauszugehen. Denn die Leute fragten: Wie läuft es mit dem Album?", schilderte die Musikerin. "White Lilies Island" erschien erst im November 2001 – die Fertigstellung bezeichnet sie rückblickend als ihre größte Leistung in dieser belastenden Zeit. Ob sie damals einen psychischen Zusammenbruch erlebte, wisse sie nicht genau, erklärte sie weiter und sprach über exzessives Feiern, Freunde, die verschwanden, und Meditation, die ihr später half. Zuvor hatte Natalie bereits über eine Zwangsstörung, eine ADHS-Diagnose und schwierige Phasen während der Perimenopause gesprochen.










