YouTuber deckt Missstände in Paris Hiltons Ex-Internat auf

YouTuber deckt Missstände in Paris Hiltons Ex-Internat auf

- Margit Huber
Lesezeit: 2 min
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YouTuber Benjamin Schneider, bekannt als Reckless Ben, hat sich undercover in die Provo Canyon School im US-Bundesstaat Utah eingeschleust und sich für seine YouTube-Doku als 17-jähriger Schüler ausgegeben. Ein Schauspieler übernahm hingegen die Rolle seines Vaters und erklärte der Schulleitung, sein vermeintlicher Sohn müsse von homosexuellen Gedanken "geheilt" werden. Während seines Aufenthalts will der YouTuber gravierende Missstände erlebt haben. So sei er rund 30 Stunden lang in einem Isolationsraum festgehalten worden und habe zudem nicht genug Essen erhalten. Bei den dort untergebrachten Jugendlichen habe Benjamin außerdem Schlafentzug und ein "Klima der Angst" beobachtet. Seine Schilderungen zeichnen damit ein bedrückendes Bild vom Alltag in der Einrichtung, die eigentlich therapeutische Hilfe für junge Menschen anbieten sollte. Das Internat war zuvor durch Paris Hilton (45) und ihre Berichte über Missbrauchserfahrungen bekannt geworden.

Vorbereitet wurde die Aktion offenbar von langer Hand: Schon bevor Benjamin selbst aufgenommen wurde, ließ sich sein Freund Sheldon als Mitarbeiter der Einrichtung anstellen. Und das, obwohl er weder einen Schulabschluss vorweisen konnte noch seine erfundene kriminelle Vergangenheit ein Hindernis darstellte. Während der Einarbeitung habe sein eingeschleuster Freund angeblich gelernt, wie Kinder mit Fixierungsgriffen und Medikamenten ruhiggestellt werden. Auch die Behörden in Utah beschäftigten sich mit Vorwürfen wie unnötigem Zwang, aggressivem Körperkontakt, mangelhafter Aufsicht und einer zu dünnen Personaldecke. Anfang August schloss das zuständige Gesundheitsministerium die Schule schließlich wegen körperlicher und seelischer Gewalt – kurz bevor die Undercover-Doku online ging. Als Begründung nannte die Behörde anhaltende und chronische Verstöße gegen Vorschriften und gesetzliche Anforderungen.

Dass die Einrichtung überhaupt derart im Fokus steht, hat viel mit Paris zu tun. Die Unternehmerin war als Jugendliche selbst Schülerin der Provo Canyon School und schilderte später mehrfach, dort körperliche und seelische Gewalt erlebt zu haben. Seit Jahren kämpft die zweifache Mutter öffentlich gegen die Einrichtung und setzt sich für mehr Schutz von Jugendlichen in vergleichbaren therapeutischen Programmen ein. Für Paris war die behördliche Entscheidung demnach ein wichtiger persönlicher Erfolg – nach ihren eigenen Erlebnissen als Teenager sah sie sich in ihrem langjährigen Einsatz gegen die Schule endlich gehört und bestätigt.

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