Reinhard Meys tröstlicher Plan für seine letzte Ruhestätte

Reinhard Meys tröstlicher Plan für seine letzte Ruhestätte

- Carina Bukenberger
Lesezeit: 2 min
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Für die Zeit nach seinem eigenen Ableben hat Reinhard Mey (83) bereits konkrete Vorkehrungen getroffen. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gab der Barde preis, dass er plant, eines Tages die letzte Ruhe an der Seite seines viel zu früh verstorbenen Sohnes Maximilian zu finden – unter den Ästen desselben Baumes. Die Vorstellung, dort im Kreise weiterer Angehöriger geborgen zu sein, spende ihm spürbare Erleichterung. "Unter einem Baum, wo schon mein Sohn liegt, da ist noch Platz für den Rest der Familie. Es ist eine tröstliche Vorstellung", vertraute Reinhard dem Blatt an. Mit diesen Worten offenbarte der Musiker eine erstaunlich gefasste Haltung zum eigenen Tod, mit dem er sich gedanklich bereits intensiv auseinandergesetzt hat.

Dass am Ende lediglich seine Asche Teil dieser Naturstätte werden wird, ist Reinhard vollkommen klar. Der emotionalen Bedeutung des Ortes tut das jedoch keinen Abbruch: Das Blätterdach dient ihm als weltlicher Orientierungspunkt in der Ungewissheit. "Man braucht solche Sachen, um sich daran festzuhalten. Und es kann nicht schaden", erläuterte Reinhard. Gewissheit darüber, was nach dem Tod kommt, hat der Sänger nach eigener Aussage nicht. Er ordnet sich selbst klar ein: "Ich bin bekennender Agnostiker, weil ich nicht weiß, wie es weitergeht." Umso mehr gibt ihm der konkrete Familienplatz im Grünen das Gefühl von Halt.

Maximilian war im Mai 2014 nach einer nicht auskurierten Lungenentzündung mit nur 32 Jahren aus dem Leben gerissen worden. Dieser Verlust bedeute bis heute einen "abgrundtiefen Schmerz", verriet Reinhard. Trotz seines recht kühlen Blicks auf das Jenseits erwärmt ihn der Gedanke an ein mögliches Wiedersehen mit seinen Ahnen und seinem Sohn – wobei sogar eine Prise Humor durchklingt. "Ich sehe meine Eltern wieder, ich sehe meinen Sohn wieder. Ich sehe auch meinen Deutschlehrer, der mich hat sitzenbleiben lassen, und kann nun endlich sagen, hier bitte, ich habe ein eigenes Reclam-Heft! Kindliche Vorstellungen, aber sie können mich wärmen", schmunzelte Reinhard. Ans Aufhören denkt der Sänger im Hier und Jetzt aber noch lange nicht: Sein aktuelles Album "Schatzhauser" sowie kommende Lieder unterstreichen, dass sein Schaffen vorerst weitergeht.

Reinhard Mey im April 2016 in Bremen
ActionPress
Reinhard Mey im April 2016 in Bremen
Reinhard Mey bei einem Auftritt 1984
Imago
Reinhard Mey bei einem Auftritt 1984
Reinhard Mey im März 2013 in Berlin
Getty Images
Reinhard Mey im März 2013 in Berlin
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