Nicht mal ihre Schwester sah Dolly Parton ungeschminkt

Nicht mal ihre Schwester sah Dolly Parton ungeschminkt

- Sandra Wickert
Lesezeit: 2 min
Promiflash.de bei Google bevorzugenPromiflash.de bei Google bevorzugen

Selbst im engsten Familienkreis bewahrte Dolly Parton (†80) offenbar bis zuletzt ihre berühmte Bühnenoptik. Wie CBS News berichtet, bekam ihre Schwester Stella sie nach ihrem Aufstieg zum Weltstar nicht mehr ohne Make-up zu sehen. Selbst bei Übernachtungen in Stellas Haus habe Dolly ihr Gesicht vor dem Schlafengehen nicht abgeschminkt. "Sie schlief mit ihrem Make-up, wenn sie bei mir übernachtete", erinnerte sich die Sängerin. Als Kind und Jugendliche habe Stella ihre Schwester dagegen durchaus noch ohne Schminke erlebt. Das änderte sich Stella zufolge, als aus dem Mädchen aus Tennessee die weltbekannte Kunstfigur Dolly Parton wurde. Von da an sei ihr die berühmte Schwester nie wieder ohne Make-up begegnet, auch nicht in privaten Momenten.

Dass Dolly selbst in außergewöhnlichen Situationen nicht auf ihr Make-up verzichten wollte, machte sie schon lange vor ihrem Tod deutlich. Gegenüber The Independent wurde sie 2002 gefragt, ob sie das Haus ungeschminkt verlassen würde. Ihre Antwort fiel eindeutig aus: "Nur, wenn Carl tot wäre." Auf die Frage nach einem nächtlichen Krankenhausbesuch fügte sie hinzu, dass sie sich selbst dann nicht sicher sei und ihren Ehemann möglicherweise warten lassen würde, um wenigstens noch etwas Lippenstift aufzutragen. Für den Fall eines Erdbebens in Kalifornien habe sie deshalb gewöhnlich zumindest ihr Augen-Make-up auch nachts getragen. "Ich würde nicht ohne Schminke hinausgehen – ich wäre lieber tot", stellte sie in dem Interview klar. Ihr konsequenter Umgang mit ihrem Äußeren passte zu ihrem eigenen Verständnis von Dolly: Die Countrysängerin betrachtete ihre öffentliche Figur als bewusst erschaffenes Erscheinungsbild, das sie konsequent verkörperte.

Schon als Kind entwickelte Dolly ihren ganz eigenen Stil. Weil ihr Vater seinen Töchtern das Schminken verbot, behalf sie sich mit allem, was die Natur und der Haushalt hergaben: Rote Kermesbeeren wurden zur Lippenfarbe, ein angebranntes Streichholz zum Eyeliner, Geißblatt zum Parfüm und Mehl zum Gesichtspuder. Wie Into The Gloss berichtet, erzählte Dolly selbst von diesen improvisierten Beauty-Tricks aus ihrer Jugend. Später wurden turmhohe Frisuren, blonde Perücken, kräftige Farben, Strass, figurbetonte Outfits und hohe Schuhe zu ihren unverwechselbaren Markenzeichen. Ihren bewusst überzeichneten Look bezeichnete sie selbst als "glamourösen Trash". Dabei orientierte sie sich weniger an wechselnden Modetrends als an ihrem eigenen Geschmack und daran, was ihr selbst am besten gefiel. Aus der frühen Lust am Schminken und Verwandeln wurde so ein Look, den Dolly über Jahrzehnte konsequent zu einem Teil ihrer öffentlichen Persönlichkeit machte.

Dolly Parton bei einer Pressekonferenz zu ihrem 50-jährigen Jubiläum beim Grand Ole Opry in Nashville
Getty Images
Dolly Parton bei einer Pressekonferenz zu ihrem 50-jährigen Jubiläum beim Grand Ole Opry in Nashville
Dolly Parton mit ihrer Schwester Stella, 2015
Getty Images
Dolly Parton mit ihrer Schwester Stella, 2015
Dolly Parton liest "The Little Engine That Could", 2020
Imago
Dolly Parton liest "The Little Engine That Could", 2020
Könnt ihr nachvollziehen, dass Dolly Parton selbst bei ihrer Schwester Stella nie auf ihr Make-up verzichten wollte?