Aylin Tezel hatte nach "Serial Cleaner" schlaflose Nächte

Aylin Tezel hatte nach "Serial Cleaner" schlaflose Nächte

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 2 min
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Nach Drehschluss einfach abschalten? Für Aylin Tezel (42) war das bei ihrem jüngsten Projekt kaum möglich. Die Schauspielerin steht in der neuen ZDF-Serie "Serial Cleaner" als Teri Marquard vor der Kamera, eine verzweifelte Mutter, deren Tochter schwer immunkrank ist. Weil jederzeit ein neuer medizinischer Notfall drohen kann, lebt Teri in permanenter Alarmbereitschaft und erlaubt sich keinerlei Schwäche. Um diesen belastenden Zustand glaubhaft darzustellen, setzte sich Aylin während der Vorbereitung intensiv mit der ständigen Anspannung ihrer Figur auseinander. Das blieb für sie nicht ohne Folgen: Selbst nach Drehschluss fand ihr Körper offenbar nur schwer zurück in den Ruhemodus. Wie sie gegenüber dem ZDF erzählte, kämpfte sie während der Dreharbeiten immer wieder mit Einschlafproblemen. "So gesehen hat mein Körper also oft noch weitergearbeitet, wenn der Rest von mir schon Feierabend hatte", schilderte sie.

In der Serie arbeitet Teri als Reinigungskraft im Luxushotel des Unternehmers Vincent Karanz, der von Stefan Gorski gespielt wird. Das Geld braucht sie für die teure Therapie ihrer Tochter Luca. Als sie zufällig einen Mord beobachtet und dadurch selbst in Lebensgefahr gerät, bietet sie an, den Tatort zu säubern. Daraus entwickelt sich ein krimineller Nebenjob, mit dem sie Lucas Therapie bezahlt. "Sie funktioniert, weil sie es muss, weil sonst ihr Kind stirbt", erklärte Aylin im Interview mit dem Sender den enormen Überlebensdruck ihrer Figur. Hinzu kommt ein Trauma aus Teris Vergangenheit. Ihre Eltern starben früh bei einem Unfall, und die damalige Ohnmacht verstärkte ihr Bedürfnis nach Kontrolle. Für ihre Tochter überschreitet sie im Laufe der Handlung immer weiter persönliche und moralische Grenzen. Alle sechs Episoden von "Serial Cleaner" stehen bereits im Streamingportal des Senders bereit. Seit dem 30. September zeigt zudem ZDFneo an drei aufeinanderfolgenden Mittwochen jeweils zwei Folgen ab 21:45 Uhr.

Normalerweise kann Aylin, die acht Jahre lang im Tatort als Kommissarin zu sehen war, ihre Figuren nach einem Drehtag gedanklich gut zurücklassen. Besonders intensive Rollen wirken bei ihr jedoch körperlich länger nach. Schon nach den Dreharbeiten zur ZDFneo-Serie "Unbroken" bemerkte sie nach eigener Angabe am Abend noch den beschleunigten Herzschlag ihrer Figur Alex. Auch ihre Arbeit an "Der Russe ist einer, der Birken liebt" hinterließ Spuren, wie sie im Interview mit dem Sender erzählte. Für den Film lernte die Schauspielerin ein russisches Schlaflied, das sie später wiederholt unbewusst vor sich hin sang. Auch ihre Rolle als verzweifelte Mutter in "Serial Cleaner" hatte nun offenbar Folgen über den Dreh hinaus – und bescherte der Schauspielerin schlaflose Nächte.

Aylin Tezel beim Deutschen Filmpreis
Getty Images
Aylin Tezel beim Deutschen Filmpreis
Aylin Tezel, "Tatort"-Darstellerin
Getty Images
Aylin Tezel, "Tatort"-Darstellerin
Aylin Tezel, Schauspielerin
Getty Images
Aylin Tezel, Schauspielerin
Könnt ihr nachvollziehen, dass Aylins intensive Rolle ihr noch schlaflose Nächte beschert hat?