Esther Rantzen konnte ihren letzten Wunsch nicht erfüllen

Esther Rantzen konnte ihren letzten Wunsch nicht erfüllen

- Sandrine Palme
Lesezeit: 2 min
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Die britische Moderatorin Esther Rantzen (†86) ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Nach langem Kampf erlag sie ihrem unheilbaren Lungenkrebs. Erst wenige Wochen vor ihrem Tod hatte die TV-Bekanntheit öffentlich erklärt, dass sie ihren Wunsch nach einem selbstbestimmten Lebensende nicht mehr umsetzen könne. Ursprünglich hatte Esther geplant, für eine Sterbehilfe durch die Organisation Dignitas in die Schweiz zu reisen. Ihr Gesundheitszustand ließ dies zuletzt jedoch nicht mehr zu. Sie sei "körperlich zu gebrechlich, um die Reise anzutreten und das Dignitas-Verfahren zu durchlaufen", zitierte der Express die Moderatorin. Damit konnte sie ihren letzten Wunsch nicht mehr verwirklichen. Über ihre Vorstellungen vom eigenen Tod hatte Esther in den vergangenen Jahren immer wieder offen gesprochen und damit in Großbritannien eine breite Diskussion über Sterbehilfe angestoßen.

Bei Esther war 2023 Lungenkrebs im vierten Stadium diagnostiziert worden. Nachdem sie erfahren hatte, dass ihre Erkrankung nicht heilbar ist, trat sie im Dezember desselben Jahres Dignitas bei. Für den Fall, dass ihre Behandlungen irgendwann keine Wirkung mehr zeigen würden, erwog sie nach eigener Aussage, "nach Zürich abzuhauen", wie der Express berichtete. Gleichzeitig kritisierte sie die britische Rechtslage zur Sterbehilfe scharf und bezeichnete diese gegenüber dem Blatt als "chaotisch und grausam". Besonders problematisch fand sie, dass Angehörige strafrechtliche Konsequenzen riskieren können, wenn sie Betroffene auf dem Weg zu einer Sterbehilfeorganisation begleiten. Anfang September 2026 erklärte Esther schließlich, dass sie inzwischen gesundheitlich nicht mehr in der Lage sei, in die Schweiz zu reisen und das dortige Verfahren zu durchlaufen.

Seit ihrer unheilbaren Diagnose setzte sich Esther öffentlich für eine Reform der britischen Sterbehilfegesetze ein. Dabei sprach sie immer wieder über ihr eigenes Lebensende und machte ihre persönliche Situation zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Kampagne. Bekannt wurde Esther über Jahrzehnte hinweg als britische Fernsehmoderatorin. Einen wichtigen Teil ihres öffentlichen Wirkens bildete darüber hinaus ihr Engagement für Kinder: Sie gründete die britische Kinderhilfsorganisation und Telefonseelsorge Childline, an die sich junge Menschen in Not wenden können. Esther Rantzen hinterlässt drei Kinder.

Esther Rantzen, Journalistin
Getty Images
Esther Rantzen, Journalistin
Esther Rantzen bei den Good Morning Britain 1 Million Minutes Awards in London, 23. Januar 2020
Getty Images
Esther Rantzen bei den Good Morning Britain 1 Million Minutes Awards in London, 23. Januar 2020
Esther Rantzen bei der RHS Chelsea Flower Show 2015 im Breast Cancer Haven Garden
Imago
Esther Rantzen bei der RHS Chelsea Flower Show 2015 im Breast Cancer Haven Garden
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