Luke Evans: Klare Ansage bei Besetzung schwuler Filmrollen

Luke Evans: Klare Ansage bei Besetzung schwuler Filmrollen

- Sandra Wickert
Lesezeit: 3 min
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Eine schwule Rolle sollte nicht automatisch einem schwulen Schauspieler vorbehalten sein, findet Luke Evans (47). Im Gespräch mit The Telegraph sprach sich der offen schwule Darsteller gegen starre Vorgaben bei der Besetzung homosexueller Figuren aus. In der ITV-Serie "The Party" spielt er den Politikjournalisten Martin Gilmour, der verheiratet ist, seine Homosexualität geheim hält und Gefühle für seinen früheren Schulfreund Ben Fitzmaurice entwickelt. Dieser ist inzwischen ein rechter Politiker und wird von Tom Cullen verkörpert. Evans räumt mit seiner Haltung zugleich mit der Vorstellung auf, homosexuelle Menschen müssten automatisch links oder besonders woke sein. "Nur weil man selbst schwul ist, heißt das nicht, dass man woke sein muss. Die Sexualität ist ein Teil dessen, wer man ist, aber unsere Ansichten über die Gesellschaft und das Leben unterscheiden sich von Mensch zu Mensch", betonte er. Und weiter: "Ich habe sehr woke schwule Freunde und sehr unwoke schwule Freunde. Wir sind uns nicht alle in denselben Dingen einig."

Auch bei der Besetzung anderer Rollen hält Luke wenig von festen Grenzen. "Ich habe während meiner gesamten Karriere größtenteils heterosexuelle Machorollen gespielt, und ich habe es geliebt", erklärte er gegenüber The Telegraph. Seinen eigenen Werdegang führt der Schauspieler als Argument gegen eine strikte Trennung an: "Wenn schwule Menschen nur schwule Figuren spielen würden, hätte ich keine Karriere gehabt." Gleichzeitig sieht er Nachholbedarf: Schwule Darsteller würden noch immer zu selten für schwule Rollen besetzt, Transdarsteller zu selten für Transrollen. Bei Transfiguren zieht Luke allerdings eine klare Grenze. "Ich denke wirklich, dass die Zeit vorbei ist, in der berühmte, große Hollywoodschauspieler eine Transfigur spielen. Das sollte nicht mehr passieren." Als beleidigend empfindet er außerdem, wenn heterosexuelle Schauspieler bei einer schwulen Rolle sämtliche Klischees überzeichnen. Einige der fesselndsten und tiefgründigsten Darstellungen schwuler Figuren habe er dagegen gerade von heterosexuellen Kollegen gesehen.

Seine Forderungen kommen auch aus eigener Erfahrung. Luke sprach bereits früh in seiner Karriere offen über seine Homosexualität und gehörte lange zu den wenigen offen schwulen Schauspielern, die regelmäßig in großen Filmproduktionen zu sehen waren. Im Gespräch machte er jedoch deutlich, dass ein Coming-out in Hollywood noch längst keine Selbstverständlichkeit sei. Mehrere Kollegen, so der Musicaldarsteller, würden ihre Homosexualität bewusst nicht öffentlich machen. Für Luke gehören deshalb zwei Dinge zusammen: Schauspieler sollten unabhängig von ihrer Sexualität unterschiedlichste Figuren spielen können, gleichzeitig müsse die Branche schwulen und Transdarstellern mehr Möglichkeiten geben, entsprechende Rollen zu übernehmen. Von der sexuellen Orientierung auf politische Ansichten oder einen bestimmten Persönlichkeitstyp zu schließen, hält er dagegen für falsch.

Luke Evans, Schauspieler
Getty Images
Luke Evans, Schauspieler
Stephanie Hsu, Luke Evans und Andrew Durand beim Schlussapplaus der Preview von "The Rocky Horror Show" am 2. April 2026 in New York
Imago
Stephanie Hsu, Luke Evans und Andrew Durand beim Schlussapplaus der Preview von "The Rocky Horror Show" am 2. April 2026 in New York
Luke Evans bei den Attitude Awards in London, Oktober 2023
ActionPress / Backgrid
Luke Evans bei den Attitude Awards in London, Oktober 2023
Hat Luke Evans recht: Sollten schwule Rollen grundsätzlich unabhängig von der Sexualität der Schauspieler besetzt werden?