Polizeiakte enthüllt: Capital Bra fürchtete um sein Leben
Capital Bras (31) Polizeiakte gibt Einblick in eine bedrohliche Phase seines Lebens. Spiegel TV machte in der Reihe "Im Verhör: Gangsterrap und Großfamilien" nun Details zu einer Strafanzeige öffentlich, die der Rapper am 29. Oktober 2019 wegen mutmaßlicher Schutzgelderpressung erstattet hatte. Von seiner heiklen Lage will er über einen Freund erfahren haben: Tschetschenische Männer hätten diesen in Berlin-Wedding mit einem Auto ausgebremst, nach dem Rapper gefragt und behauptet, im Namen der Familie Miri unterwegs zu sein. Laut der Dokumentation standen Forderungen zwischen 500.000 Euro und fünf Millionen Euro im Raum. In seiner Vernehmung soll der Rapper jegliche Schulden zurückgewiesen haben: "Nein, ich schulde niemandem Geld", heißt es im Protokoll. Zu der Bedrohungslage habe er gesagt: "Ja, ich habe Angst um mein Leben." Die Ermittlungen übernahm das für organisierte Kriminalität zuständige LKA 4.
Wie es überhaupt so weit kam, schilderte Capital Bra bei einer weiteren Vernehmung nur einen Tag später. Nach der Trennung von seinem früheren Team sei er aus seinem Vertrag nicht herausgekommen, anschließend hätten Mitglieder von Großfamilien Einfluss nehmen wollen. Der Rapper habe sich Unterstützung bei Albanern gesucht – mit überschaubarem Erfolg. Sein Fazit im Protokoll: "Ich habe relativ schnell gemerkt, dass ich von der einen Scheiße in die andere geraten bin." Zur Klärung kam es laut Spiegel TV bei einem Treffen im Berliner Ritz-Carlton, bei dem Vertreter der Remmos, mutmaßliche Miris und Tschetschenen zusammensaßen. Polizeifotos sollen unter anderem Ashraf Remmo zeigen, der den Rapper damals der Dokumentation zufolge managte. Wie das Verfahren ausging, konnte Spiegel TV nicht klären – in der Gesprächsrunde wurde eine mögliche Einstellung genannt. Einen Fragenkatalog des Formats ließ der Rapper unbeantwortet.
Zusätzliche Brisanz erhalten die nun veröffentlichten Akteninhalte durch einen späteren Angriff auf Capital Bras privates Umfeld. Vor zwei Jahren zündeten unbekannte Täter auf seinem Grundstück das Auto seiner Frau an. Der Musiker griff den Brandanschlag später in einem Song auf und machte dabei deutlich, dass sich seine Frau und seine Kinder während des Feuers im Haus befanden. Besonders seine Tochter habe unter dem Erlebten gelitten und rund ein halbes Jahr mit einem Trauma gekämpft. Ein direkter Zusammenhang zwischen dem damaligen Ermittlungsverfahren und dem späteren Brandanschlag ist durch die bekannt gewordenen Informationen nicht belegt. Die Polizeiakte dokumentiert jedoch, wie konkret der Musiker seine Angst im Jahr 2019 gegenüber den Ermittlern formulierte und welche hohen Geldforderungen damals im Raum gestanden haben sollen.
























