Stefan Raabs großes TV-Comeback: RTL-Chef räumt "Fehler" ein
Mit viel Tamtam kehrte Stefan Raab (59) im Herbst 2024 auf die TV-Bildschirme zurück – doch beim Sender blickt man inzwischen selbstkritisch auf den Start. RTL-Chef Stephan Schmitter räumte im Gespräch mit Der Standard nun offen Fehler ein: Man habe viel zu schnell losgelegt und zu viele verschiedene Konzepte ausprobiert. Nach fast zehn Jahren Pause war der Entertainer mit einem exklusiven Millionendeal zum Kölner Sender gewechselt. Der Vertrag ist auf fünf Jahre ausgelegt. Doch mehrere der anschließend gestarteten Formate blieben quotentechnisch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das umfangreiche Raab-Programm geriet dadurch zunehmend in die Kritik. Als Konsequenz zieht der Sender jetzt die Reißleine und ändert den Kurs: Statt den Moderator immer wieder in neuen Sendungsideen zu präsentieren, will man künftig stärker auf jene actionreiche und vertraute Formate setzen, mit denen die Zuschauer ihn ohnehin verbinden.
"Wir sind ja damals, als wir den Vertrag dann unterschrieben haben, sehr schnell gestartet", erklärte Stephan. Besonders deutlich wird er bei der 90-minütigen, zweigeteilten Mittwochabend-Liveshow "Du gewinnst hier nicht die Million": "Uralter Fehler beim Fernsehen. Hybride Sendungen haben noch nie funktioniert." Nach rund 30 Folgen wurde das Format wegen schwacher Quoten eingestellt. Auch "Die Unzerquizbaren" kam beim Publikum nicht an. Seine Bilanz fällt entsprechend ehrlich aus: Man habe zu vieles gleichzeitig ausprobiert und dadurch die Erwartungen unnötig hochgeschraubt. Entsprechend groß sei anschließend auch die Kritik ausgefallen. Inzwischen habe man erkannt, dass die Zuschauer Stefan Raab offenbar besonders gerne in vertrauten Situationen sehen – etwa bei einer Fahrt im Wok durch den Eiskanal oder bei spektakulären Stürzen wie zuletzt bei der "Jetski-WM". Auch die gemeinsam mit Barbara Schöneberger moderierte und mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Quizshow "Wer weiß wie wann was war?" führt er als Beispiel für den neuen Ansatz an. "Du siehst, was geht, wenn du dich auf das besinnst, was man von ihm erwartet. Wenn du die Leute aber in andere Situationen bringst, nach dem Motto 'Wir brauchen neue Sachen', dann scheiterst du. Da haben wir jetzt viel gelernt", so der Senderchef.
Im Dezember 2015 hatte sich der Entertainer aus dem Fernsehen und weitgehend auch aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Umso größer war die Aufmerksamkeit, als der frühere TV-Star 2024 überraschend seine Rückkehr auf die RTL-Bildschirme feierte. Doch bereits in der ersten Phase seines Comebacks blieb das erhoffte Millionenpublikum bei mehreren Formaten aus – teilweise erreichten die Sendungen nur einen Bruchteil der erwarteten Zuschauerzahlen. Die Kritik richtete sich deshalb nicht nur gegen einzelne Shows, sondern zunehmend gegen die gesamte Programmstrategie rund um den Entertainer. Der Sender hatte den Deal zunächst verteidigt und betont, dass lineare Einschaltquoten allein den Erfolg nicht vollständig abbilden würden. Mit seinem jetzigen Eingeständnis geht Stephan nun offener mit den damaligen Fehlentscheidungen um – und liefert gleichzeitig die Erklärung dafür, warum RTL Stefan künftig wieder verstärkt in bewährten Unterhaltungskonzepten einsetzen möchte.

























