Streit um ihren Nachlass: Dolly Partons Neffe rastet aus
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Streit um ihren Nachlass: Dolly Partons Neffe rastet aus

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 3 min
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Nur wenige Wochen nach Dolly Partons (†80) Tod spitzt sich der Streit um ihren Nachlass offenbar zu. Im Mittelpunkt steht ihr Neffe Bryan Seaver, der jahrelang als Sicherheitschef der Countrysängerin arbeitete. Wie Page Six und TMZ unter Berufung auf neue Gerichtsunterlagen berichten, soll Bryan einen Mann in mehreren E-Mails massiv beleidigt und aggressiv angegangen haben. Hintergrund sollen Auseinandersetzungen über Sicherheits- und Bauprobleme an Immobilien in Nashville sein, die mit den geschäftlichen Interessen der Countrysängerin verbunden sind. Eine besonders drastische Nachricht soll Seaver am 21. August verschickt haben – also bereits vor Dollys Tod. "Dann lass uns loslegen, du verdammter Sch***kerl und Versager", heißt es dort laut den Unterlagen. In einer weiteren Mail soll er sein Gegenüber als "wertlosen, fetten Nerd" beschimpft und seine Nachricht mit den Worten: "F*** dich selbst, du verdammter Schwächling" beendet haben. Zudem habe Bryan angekündigt, seine Anwälte würden den Mann fertigmachen.

Den Berichten zufolge war Bryan mit der Arbeit eines externen Sicherheitsunternehmens unzufrieden. Er behauptete, die Firma habe versagt und dadurch einen Angriff auf einen Mitarbeiter erst möglich gemacht. Außerdem kritisierte er den Personaleinsatz, mutmaßlichen Drogenkonsum von Subunternehmern und Verzögerungen bei Bauarbeiten. Dollys langjähriger Manager Danny Nozell und die Firma She's Alive, LLC, die berufliche Vermögenswerte und Geschäftsinteressen der Sängerin verwaltet, erheben ihrerseits schwere Vorwürfe: Bryan soll Beschäftigte eingeschüchtert und belästigt haben. Unter Verweis auf seine Erfahrung als Militärdienstleister, seinen Zugang zu Waffen und seine angebliche Gewaltbereitschaft soll er Geld gefordert und mit der Sabotage wichtiger Geschäftsbeziehungen gedroht haben. Danny entließ ihn daraufhin als Sicherheitschef und erwirkte eine einstweilige Verfügung. Das Unternehmen will nun eine längerfristige Anordnung erreichen. Bryan selbst bestreitet die Vorwürfe und behauptet, seine Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Gegenüber TMZ erklärte er: "Nichts in dieser Klage waren Drohungen, und zu den meisten Äußerungen stehe ich." Die privaten Nachrichten seien lediglich wütende Gespräche zwischen ihm und dem Manager gewesen, die überwiegend während ihrer gemeinsamen Trauer versendet wurden.

Unmittelbar nach Dollys Tod am 25. August 2026 hatte Bryan noch eine zentrale Aufgabe für die Familie übernommen: Er war derjenige, der die Todesnachricht der Sängerin öffentlich verkündete. Dabei teilte er den Fans auch persönliche Einzelheiten zu ihrem letzten Wunsch für die Beisetzung mit. Nach einem Leben in schweren Bühnenkostümen wollte Dolly demnach weich in Baumwolle gebettet werden. Zudem wünschte sie sich eine kleine, private Trauerfeier im engsten Kreis ihrer Angehörigen. Die nun öffentlich gewordenen E-Mails stammen teilweise aus den letzten Lebenstagen der Countrylegende. Ob Bryan in der stark geschwärzten Korrespondenz unmittelbar auf ein Schreiben von Dolly reagierte, ist nicht bekannt. Der Nachlass, um den sich der Konflikt nun auch dreht, dürfte jedoch beträchtlich sein: Dollys Vermögen wurde auf rund 450 Millionen US-Dollar geschätzt, umgerechnet etwa 400 Millionen Euro. Wie lange die gerichtliche Auseinandersetzung andauern wird, ist derzeit noch offen.

Dolly Parton bei den 61. Grammy Awards im Staples Center in Los Angeles, 2019
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Dolly Parton bei den 61. Grammy Awards im Staples Center in Los Angeles, 2019
Dolly Parton bei einer Pressekonferenz zu ihrem 50-jährigen Jubiläum beim Grand Ole Opry in Nashville
Getty Images
Dolly Parton bei einer Pressekonferenz zu ihrem 50-jährigen Jubiläum beim Grand Ole Opry in Nashville
Dolly Parton, Hollywood, 9. Januar 2012
Getty Images
Dolly Parton, Hollywood, 9. Januar 2012