Andrew und Tristan Tate beantragen Freilassung gegen Kaution
Andrew Tate (39) und sein Bruder Tristan Tate versuchen, ihre Entlassung aus der Untersuchungshaft zu erreichen. Am Mittwoch stellten die beiden laut TMZ bei einem US-Bundesgericht einen Antrag auf sofortige Freilassung gegen Kaution. Seit ihrer Festnahme am 18. Juli 2026 befinden sich die Brüder im Federal Detention Center in Miami. Bislang wurde allerdings noch keine Kautionssumme festgelegt. Das Gericht möchte zunächst klären, ob Andrew und Tristan für ein Strafverfahren nach Großbritannien ausgeliefert werden sollen. Ihre Anwälte wollen nun erreichen, dass die beiden bereits vor einer Entscheidung über die Auslieferung das Gefängnis verlassen dürfen. Als mögliche Bedingungen schlagen die Verteidiger unter anderem Hausarrest und das Tragen elektronischer Fußfesseln vor. Dadurch könne gewährleistet werden, dass die Brüder zu allen weiteren Gerichtsterminen erscheinen. Zudem habe die Staatsanwaltschaft nach Auffassung der Anwälte weder eine konkrete Fluchtgefahr noch eine Gefährdung der Öffentlichkeit ausreichend nachgewiesen.
Zur Begründung ihres Antrags verweisen die Verteidiger außerdem darauf, dass Andrew und Tristan in den Vereinigten Staaten keine Vorstrafen hätten. Auch bei ihren bisherigen juristischen Verfahren in Rumänien seien sie sämtlichen Auflagen nachgekommen, die mit ihrer dortigen Freilassung verbunden waren. Obwohl die Brüder mehrfach international unterwegs gewesen seien, hätten sie keinen Fluchtversuch unternommen. Nach Ansicht ihrer Anwälte gab es daher keinen zwingenden Anlass, sie in den USA festzunehmen. Darüber hinaus zweifelt die Verteidigung die in Auslieferungsverfahren übliche Annahme an, wonach eine Freilassung grundsätzlich nicht vorgesehen sei. Diese stütze sich ihrer Argumentation zufolge auf eine fehlerhafte Interpretation eines 123 Jahre alten Urteils des Obersten US-Gerichts. Das offizielle Auslieferungsersuchen aus Großbritannien wurde am 5. Oktober 2026 eingereicht. Wann die entsprechende Anhörung stattfinden wird, ist noch offen. Derzeit sollen Andrew und Tristan laut ihren Anwälten in einem besonders gesicherten Bereich der Haftanstalt untergebracht sein. Dort seien ihre Freizeitmöglichkeiten stark eingeschränkt. Auch der Zugang zum Gefängniskiosk sei begrenzt, Telefonate seien nur einmal monatlich erlaubt und Fernsehen sei nicht möglich.
Hinter dem britischen Auslieferungsersuchen stehen schwere Vorwürfe, die sich auf mutmaßliche Straftaten aus den Jahren 2010 bis 2017 beziehen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Anschuldigungen wegen Vergewaltigung, sexueller Übergriffe und Menschenhandels. Andrew sieht sich zusätzlich mit 32 Anklagepunkten konfrontiert, darunter Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung, Körperverletzung sowie Straftaten im Zusammenhang mit Missbrauchsdarstellungen von Kindern und extremer Pornografie. Gegen Tristan werden sechs weitere Anklagepunkte erhoben, die unter anderem Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe und Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung betreffen. Beide Brüder bestreiten sämtliche Anschuldigungen und setzen sich gemeinsam gegen eine Auslieferung an die britischen Behörden zur Wehr. Eine gerichtliche Feststellung ihrer Schuld liegt bislang nicht vor.




















