

Charlotte Casiraghi über den frühen Tod ihres Vaters
Charlotte Casiraghi (40) hat sich zu einem Verlust geäußert, der ihr Leben für immer verändert hat: dem Tod ihres Vaters Stefano Casiraghi. Der italienische Geschäftsmann und Sportler kam im Oktober 1990 bei einem Offshore-Powerboat-Rennen vor Saint-Jean-Cap-Ferrat ums Leben. Er wurde nur 30 Jahre alt. Charlotte, die Tochter von Caroline von Hannover (69), war damals gerade einmal vier Jahre alt. Im Gespräch mit dem Magazin Psychologies erinnerte sich die inzwischen 40-Jährige nun an dieses lebensverändernde Ereignis: "Der Verlust meines Vaters war ein einschneidender Moment: Ich war vier Jahre alt, als plötzlich etwas zerbrach." Stefanos plötzlicher Tod wurde für sie zu einer tiefen Zäsur, die bis heute nachwirkt. Die Trauer und die Abwesenheit hätten in ihr ein Gefühl ausgelöst, das sie lange nicht mehr losließ – und zugleich eine Zuflucht entstehen lassen, die ihr Halt gab: das Lesen von Büchern.
"Sein Tod, die Trauer, die Abwesenheit haben mich in eine ständige Angst gestürzt", schilderte Charlotte die Folgen des Verlustes. Auf ihrer Suche nach einem Sinn seien ihr die Bücher zu Freunden geworden und deren Autoren zu Weggefährten. Durch ihre Texte fühlte sich die Monegassin weniger allein. Besonders tröstlich war für sie die Erkenntnis, dass auch andere Menschen schwere Erfahrungen in etwas Schöpferisches verwandeln konnten. "Auch sie waren durch großen Schmerz gegangen, und sie hatten etwas daraus gemacht", erklärte Charlotte dem Magazin. Später kam zur Literatur noch die Philosophie hinzu, die sie bis zum Master studierte. Schon als Kind hätten sie existenzielle Fragen "bis zum Schwindel" beschäftigt. Literatur und Philosophie helfen ihr laut eigener Aussage bis heute, mit inneren Spannungen umzugehen. "Die Gedanken eines anderen verflechten sich mit meinen", erklärte sie diesen Effekt.
Charlotte ist das mittlere der drei gemeinsamen Kinder von Stefano und Caroline. Ihre tiefe Verbindung zu Literatur und Philosophie prägt inzwischen auch ihr eigenes Schaffen: Am 29. Januar 2026 erschien ihr Debütbuch "La fêlure", das auf rund 370 Seiten literarische und philosophische Betrachtungen versammelt. Rund um die Veröffentlichung stellte die Autorin ihr Werk unter anderem in der TV-Sendung "La Grande Librairie" auf France 5 vor. Bei einer Signierstunde im Pariser Kulturzentrum Studio 7L kam sie zudem persönlich mit ihren Leserinnen und Lesern ins Gespräch. Neu ist Charlottes Engagement für philosophische Themen nicht: Bereits seit 2015 gehört Charlotte zu den Initiatoren der Philosophischen Begegnungen von Monaco, kurz PhiloMonaco. Das Projekt schafft Raum für Diskussionen über gesellschaftliche und persönliche Fragen. Damit sind die Themen, die Charlotte seit ihrer Kindheit beschäftigen und ihr bei der Verarbeitung ihres Verlustes halfen, auch zu einem festen Teil ihrer öffentlichen Arbeit geworden.
























