Offene Rechnungen: Diddys Anwälte ziehen die Reißleine
Sean "Diddy" Combs (56) liefert sich einen offenen Schlagabtausch mit seinen bisherigen Anwälten Michael Tremonte, Erica Wolff und Katie Renzler. Über seinen Sprecher Juda Engelmayer lässt der inhaftierte Rapper ausrichten, dass er selbst den Wechsel seiner juristischen Vertretung angestoßen habe. Der Vorwurf aus seinem Lager: Das Team habe seine derzeitige Situation ausgenutzt, überhöhte Rechnungen gestellt und Arbeiten abgerechnet, die gar nicht genehmigt worden seien. Die Juristen schildern die Lage ganz anders. Sie hatten vor Kurzem bei Gericht beantragt, ihr Mandat in Diddys 89-Millionen-Euro-Verleumdungsklage niederlegen zu dürfen, und dies mit erheblichen Zahlungsrückständen ihres Mandanten begründet. Diddys jüngste Überweisung habe dem Antrag zufolge lediglich Leistungen bis Ende 2025 abgedeckt. Honorare, Kosten und Auslagen für ihre Arbeit im laufenden Jahr seien weiterhin offen. Damit ist der Streit um die Anwaltsrechnungen inzwischen selbst zu einem Fall für das Gericht geworden.
Im Mittelpunkt des Mandats steht Diddys Verleumdungsklage gegen Courtney Burgess, Ariel Mitchell und Nexstar Media, den Mutterkonzern des Senders NewsNation. Ursprünglich hatte der Musiker 45 Millionen Euro gefordert, später erhöhte er die Summe auf 100 Millionen Dollar, umgerechnet 89 Millionen Euro. Auslöser waren Aussagen von Burgess, der in Fernseh- und Podcastinterviews behauptet hatte, über USB-Sticks aus dem Besitz von Diddys verstorbener Ex-Partnerin Kim Porter (†47) zu verfügen. Darauf sollen Aufnahmen des Rappers mit Prominenten und Minderjährigen zu sehen sein. Diddy bestreitet, dass diese Videos existieren, und beschuldigt Courtney, die Geschichte erfunden zu haben. Weil Courtney nicht auf die Klage reagierte, erging gegen ihn bereits eine Säumnisentscheidung. Über einen möglichen Schadensersatz wurde bislang noch nicht entschieden, während die Verfahren gegen die anderen Beklagten weiterlaufen. Richter John P. Cronan lehnte es Anfang September zudem ab, die Ansprüche gegen Ariel abzuweisen. Diddy und Nexstar Media sind laut Gerichtsunterlagen für eine außergerichtliche Einigung offen. Ob ein Anwaltswechsel die Gespräche beeinflusst, ist derzeit unklar.
Dass das Verhältnis zwischen dem Rapper und seiner bisherigen Rechtsvertretung angespannt ist, deutete sich schon länger an: Tremonte beanstandete neben den offenen Rechnungen auch, dass sein Mandant über Monate nicht für zeitnahe und direkte Gespräche über seine Verfahren erreichbar gewesen sei und die Zusammenarbeit dadurch erschwert habe. Aus einem weiteren Zivilprozess möchte sich die Kanzlei ebenfalls zurückziehen. Bevor eines der Mandate offiziell endet, muss jedoch jeweils ein Richter zustimmen. Der siebenfache Vater befindet sich aktuell im Gefängnis Fort Dix und verbüßt dort eine Haftstrafe von 50 Monaten. Trotz seiner Inhaftierung beschäftigen ihn weiterhin mehrere Zivilverfahren. Ob die bisherigen Juristen ihn bis zu einer gerichtlichen Entscheidung weiter vertreten müssen und wann über ihre Anträge entschieden wird, steht bislang nicht fest.



























