Mord an Tupac: Duane "Keffe D" Davis muss 40 Jahre in Haft

Mord an Tupac: Duane "Keffe D" Davis muss 40 Jahre in Haft

- Carina Bukenberger
Lesezeit: 2 min
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30 Jahre nach den tödlichen Schüssen auf Tupac Shakur (†25) ist im US-Bundesstaat Nevada ein historisches Urteil gefallen: Der frühere Gangboss Duane "Keffe D" Davis muss für die kommenden 40 Jahre ins Gefängnis, wie BBC berichtet. Eine Jury hatte den inzwischen 63-Jährigen bereits im September des Mordes mit einer tödlichen Waffe schuldig gesprochen und ihn als Drahtzieher des fatalen Angriffs eingestuft. Der legendäre Rapper war am 7. September 1996 in Las Vegas aus einem vorbeifahrenden weißen Cadillac heraus niedergestreckt worden und erlag wenige Tage später im Alter von nur 25 Jahren seinen schweren Verletzungen. Nach Auffassung der Anklage hatte Duane die Tat damals angeordnet und die Waffe besorgt, die bei dem Attentat zum Einsatz kam – selbst abgedrückt haben soll er allerdings nicht. Gegen das harte Strafmaß will der Verurteilte vorgehen, weshalb seine Verteidigung bereits angekündigt hat, in Berufung zu gehen.

Entscheidend für die späte Verurteilung waren ausgerechnet die Worte des Täters selbst, der sich über Jahre hinweg verplappert hatte. Immer wieder räumte Duane öffentlich ein, in jenem berüchtigten weißen Cadillac gesessen zu haben. Bereits im Jahr 2008 sprach er bei einer geheimen Polizeibefragung über seine Rolle – damals noch im Gegenzug für Schutz vor Strafverfolgung im Rahmen der Ermittlungen zum Mord an Rapkollege Notorious B.I.G. (†24), der bürgerlich Christopher Wallace hieß. In seinen 2019 veröffentlichten Memoiren mit dem Titel "Compton Street Legend" sowie in diversen Medieninterviews schilderte Duane seine Beteiligung dann jedoch so detailreich, dass die Justiz hellhörig wurde. Aus Sicht des Gerichts verlor die alte Schutzvereinbarung dadurch ihre Gültigkeit. "Die Erzählungen waren lediglich erfundene Prahlerei unseres Mandanten, mit der er Bücher verkaufen und Geld verdienen wollte", versuchte die Verteidigung, die Geständnisse noch abzutun – doch die Jury folgte stattdessen der Argumentation der Staatsanwaltschaft.

Laut Anklage reichte Duane die Tatwaffe damals an seinen Neffen Orlando Anderson weiter, der die tödlichen Schüsse abgegeben haben soll. Dieser hatte eine Beteiligung zeitlebens bestritten und kam bereits 1998 bei einer Schießerei ums Leben, die in keinem direkten Zusammenhang mit Tupacs Tod stand. Tupac Shakur stand zum Zeitpunkt seines gewaltsamen Endes auf dem unangefochtenen Höhepunkt seiner Karriere und gilt bis heute als eine der einflussreichsten Stimmen der Musikgeschichte mit weltweit über 75 Millionen verkauften Tonträgern. Sein Tod blieb fast drei Jahrzehnte lang einer der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle der USA, der unzählige wilde Verschwörungstheorien befeuerte. Der Schuldspruch gegen Duane schließt nun das wohl spektakulärste Kapitel der Hip-Hop-Geschichte und bringt nach fast 30 Jahren späte Gerechtigkeit.

Duane "Keffe D" Davis  im August 2024 im Gericht in Las Vegas, Nevada
Getty Images
Duane "Keffe D" Davis im August 2024 im Gericht in Las Vegas, Nevada
Tupac Shakur Hologramm Coachella 2012
Getty Images
Tupac Shakur Hologramm Coachella 2012
Archivbild von Tupac Shakur in New York City, 1993
Imago
Archivbild von Tupac Shakur in New York City, 1993