Todesangst: Christina Applegate über ihre schlimmste Nacht

Todesangst: Christina Applegate über ihre schlimmste Nacht

- Melina Becker
Lesezeit: 3 min
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Christina Applegate (54) öffnet sich wie nie zuvor: In ihrer Autobiografie "Du mit den traurigen Augen", die am 16. Oktober 2026 auf Deutsch erschienen ist, schildert die Schauspielerin die wohl schlimmste Nacht ihres Lebens. Weihnachten 1991 wurde die damals gerade 20-Jährige von ihrem gewalttätigen Freund angegriffen – zunächst im Haus ihrer Großmutter in South Bend im US-Bundesstaat Indiana. Anschließend begleitete der damalige "Eine schrecklich nette Familie"-Star seinen Partner noch in ein Motel, wo die Situation weiter eskalierte. In dem Zimmer schlug der Mann einen Spiegel kurz und klein und ging mit einer großen, scharfen Glasscherbe auf sie los. Christina hatte blanke Todesangst und bettelte ihn an, sie endlich laufen zu lassen. Als er sie für eine Sekunde etwas unvorsichtiger festhielt, nutzte sie die Chance: Ihr gelang die Flucht zur Rezeption, von wo aus sie das Motel schließlich mit einem Taxi verließ.

Begonnen hatte der Abend mit einer verspäteten Anreise aus Los Angeles. Ihr Partner ließ seinen Frust an ihr aus und schleuderte sie im Haus ihrer Großmutter auf ein Bett. "Mein Körper schlägt auf dem Bett auf – hart. Ich liege dort wie gelähmt. Ich weiß, dass ich verloren bin, dass ich es möglicherweise nicht überlebe. Das ist das Ende", heißt es dazu in ihren Memoiren. Obwohl Anwohner die Polizei alarmierten, verharmloste die Schauspielerin die Tat zunächst. Sie hatte schreckliche Angst, dass sich ihr Partner im Falle einer Festnahme an ihrer Mutter und ihrer Oma rächen würde. Im Motel hörte sie dann plötzlich einen lauten Knall und das Klirren von Glas aus dem Bad. In diesen Minuten hatte sie nicht nur Angst um ihr Leben, sondern fürchtete auch, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden. "'Bitte, bitte, bitte', höre ich eine Stimme. 'Lass mich gehen. Bitte lass mich gehen.' Es ist meine Stimme, eine berühmte Stimme, bekannt bei Millionen von Fernsehzuschauern, doch durch die Angst kaum zu identifizieren", schreibt sie.

Die Flucht aus dem Motel bedeutete jedoch noch nicht das Ende der Beziehung. Christina, die einen längeren Krankenhausaufenthalt hinter sich hat, ging damals wieder zu ihrem Partner zurück und brauchte Jahre, um sich endgültig freizumachen. In ihrer Biografie schildert sie, dass der emotionale Missbrauch mit fiesen Beleidigungen und Manipulationen begann und sich erst im weiteren Verlauf zur körperlichen Gewalt entwickelte. Indem sie ihre Geschichte so mutig teilt, will die Schauspielerin anderen Opfern die Scham nehmen. Sie möchte verdeutlichen, wie verdammt schwer es ist, den Absprung aus einer toxischen Partnerschaft zu schaffen. "Die Gesellschaft verurteilt häufig Frauen, die in einer miserablen Beziehung feststecken, aber es ist alles nicht so leicht, wie es erscheint. Ich habe es durchlebt", schreibt sie in "Du mit den traurigen Augen".

Christina Applegate bei den SAG Awards 2020
Imago
Christina Applegate bei den SAG Awards 2020
Christina Applegate im September 2008
Getty Images
Christina Applegate im September 2008
Christina Applegate bei den Golden Globe Awards, 2020
Getty Images
Christina Applegate bei den Golden Globe Awards, 2020
Findet ihr, Christina Applegate setzt mit ihrer Biografie ein wichtiges Zeichen gegen Gewalt in Beziehungen?