Neil Young verklagt Trump wegen der Nutzung seines Songs
Neil Young (80) zieht wieder vor Gericht: Der Musiker hat am Montag bei einem Bundesgericht in Virginia eine Urheberrechtsklage gegen die Trump 47 Coalition eingereicht. Wie The Hollywood Reporter und Deadline berichten, geht es um seinen Klassiker "Rockin' in the Free World". Der Song soll bei einer Wahlkampfveranstaltung in Youngstown im US-Bundesstaat Ohio gelaufen sein – und zwar ohne die nötige Lizenz. Abgespielt wurde das Lied demnach kurz, bevor Donald Trump (80) dort die Bühne betrat. Doch Trumps Komitee soll den Song nicht nur in Youngstown gespielt haben. Auch bei weiteren Veranstaltungen, mit denen republikanische Wähler vor den anstehenden Zwischenwahlen mobilisiert werden sollten, sei der Titel zum Einsatz gekommen. Neben der Urheberrechtsverletzung macht Neil geltend, dass die ungewollte Verknüpfung mit dem US-Präsidenten seinem Ruf und seiner Marke schade. Schließlich könne der Eindruck entstehen, er stehe hinter Donald.
Für diese Nutzung verlangt der Rocker nun umgerechnet 8,9 Millionen Euro Schadensersatz. Youngs Seite betont, dass dem Politiker sehr wohl bewusst gewesen sei, dass er eine Lizenz benötige – und dass der Sänger diese niemals erteilen würde. In der Klageschrift heißt es deutlich: "Kurz gesagt: Der Song ist das Gegenteil von allem, wofür Donald J. Trump steht." Neu ist der Streit nicht: Bereits 2020 hatte der Musiker eine von Trump gegründete Gesellschaft wegen desselben Songs und eines weiteren Titels verklagt. Laut der aktuellen Klageschrift wurde die Auseinandersetzung damals schnell beigelegt. Trumps Organisation habe zugesichert, "Rockin' in the Free World" nie wieder ohne Lizenz und ohne Erlaubnis des Künstlers zu verwenden.
Seit Jahren schon nimmt der Musiker kein Blatt vor den Mund, wenn es um Kritik am US-Präsidenten geht. Schon 2015, als der Immobilienunternehmer seinen ersten Wahlkampf startete, hatte sich Neil gegen den Einsatz von "Rockin' in the Free World" gewehrt. Damit ist er nicht allein: Auch andere Stars wollten ihre Musik nicht im politischen Kontext sehen. Ariana Grande (33) etwa widersprach Trumps Team zuletzt öffentlich, nachdem auf dem offiziellen TikTok-Account seiner Kampagne ein politischer Clip mit ihrem Lied "We Can't Be Friends (Wait for Your Love)" erschienen war. Neil Young besitzt sowohl die US-amerikanische als auch die kanadische Staatsbürgerschaft. Im vergangenen Jahr hatte er sich besorgt gezeigt, dass ihm nach einer Europatour die Rückkehr in die USA verwehrt werden könnte.

























