Gene Simmons verrät den wahren Grund für das KISS-Tour-Aus
Kiss haben ihre Tourkarriere ganz bewusst beendet – und zwar aus Respekt vor ihren Fans. Gene Simmons (77) erklärte in der NewsNation-Sendung "The Hill", dass die Gruppe nach ihrer mehrjährigen Abschiedstour nicht mehr auf Reisen gehen wollte. Mit 77 Jahren sei für ihn der Moment gekommen, rechtzeitig und mit Würde von der Bühne abzutreten. "Man muss wissen, wann man würdevoll und stolz von dieser Bühne abtritt, denn man muss verstehen, dass Kiss die einzige Band ihrer Art war und weiterhin ist", betonte der Musiker. Als entscheidenden Faktor nannte der Bassist die körperlich extrem fordernden Konzerte. Bei jeder Show habe er Feuer gespuckt, sei durch die Luft geflogen und rund zwei Stunden lang auf etwa 18 Zentimeter hohen Plateaustiefeln aufgetreten. Dazu kam eine Montur, die bis zu rund 18 Kilogramm gewogen habe. Diese Leistung wolle er nicht irgendwann nur noch eingeschränkt erbringen können.
Wie kräftezehrend die Auftritte für ihn inzwischen waren, machte Gene in dem NewsNation-Interview ebenfalls deutlich. "Es ist anstrengend. Ich bin jetzt 77, und Mann, sehe ich gut aus. Aber man muss wissen – man muss die Fans genug respektieren, um zu wissen, wann man diese Bühne verlassen sollte", stellte der Sänger und Bassist klar. Kiss hätten ihrem Publikum immer möglichst viel für sein Geld bieten wollen. Der Bombast, die aufwendigen Effekte und das große Spektakel sollten genau das liefern, was Gene bei vielen anderen Liveacts vermisst habe. Dieses Ziel habe schon die Entstehung der Gruppe geprägt. Über die Grundidee hinter der Band sagte er: "Wir hatten eine sehr eigenartige Idee. Lasst uns die Band zusammenstellen, die wir selbst nie auf der Bühne gesehen haben." Wer jetzt allerdings glaubt, die Herren verschwinden in den Ruhestand, irrt: Für 2028 ist in Las Vegas eine Avatar-Show geplant, die laut Band eine "neue Ära" einläuten soll.
Für das digitale Comeback ist offenbar ein gewaltiges Budget vorgesehen. Nach früheren Angaben von Gene sollen umgerechnet rund 180 Millionen Euro in die digitale Variante von Kiss fließen. "Es wird so viel geplant, dass selbst ich es nicht alles begreife. Aber sie geben, oh, etwa 200 Millionen Dollar aus, um es auf die nächste Stufe zu heben", berichtete er. Als Vorbild nannte der Musiker die digitale Show von ABBA, bei der kaum zu erkennen sei, ob die Bandmitglieder tatsächlich auf der Bühne stehen. Schon nach dem letzten Konzert der Band hatte Gene in einem online veröffentlichten Video klargestellt: "Wir können für immer jung und für immer ikonisch sein, indem wir uns an Orte bringen, von denen wir nie zu träumen gewagt haben." Auch Paul Stanley soll als Avatar neue Möglichkeiten bekommen. Die Technologie werde Paul höher springen lassen als je zuvor, kündigte Gene an und stellte klar: "Wenn ihr glaubt, ihr werdet uns los, dann wird das nicht passieren."



























