"Bares für Rares" schickt Geschwister mit Fälschung heim
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"Bares für Rares" schickt Geschwister mit Fälschung heim

- Malin Friedrich
Lesezeit: 3 min
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Mit großen Erwartungen machten sich die Geschwister Catharina Kellerer und Christian Lobsien aus Schleswig-Holstein auf den Weg zu Bares für Rares. Im Gepäck hatten sie eine wuchtige Holztruhe, die sie für ein antikes Möbelstück hielten und gewinnbringend verkaufen wollten. In der ZDF-Trödelshow sorgte zunächst die eingestanzte Jahreszahl 1763 für Aufsehen. Sie deutete auf ein wertvolles Original aus dem 18. Jahrhundert hin. Auch Moderator Horst Lichter (64) zeigte sich von der wuchtigen Truhe beeindruckt. Doch Experte Detlev Kümmel machte den Verkaufsplänen schnell einen Strich durch die Rechnung. Schon das Gewicht und die verarbeiteten Hölzer verrieten ihm, dass es sich um eine Fälschung handelt. Das Stück stammt demnach aus den 1970er-Jahren und wurde bewusst auf alt getrimmt. Für die Geschwister hatte das drastische Folgen: Wegen der Täuschungsabsicht durfte Horst ihnen keine Händlerkarte aushändigen. Catharina und Christian blieb der Weg in den Händlerraum versperrt. Sie mussten die Truhe wieder einpacken und die Heimreise antreten.

Hinter der Truhe verbarg sich eine bewegende Familiengeschichte. Ihr Großvater hatte das Möbelstück einst für stolze 5.000 D-Mark gekauft, weil er fest davon überzeugt war, eine wertvolle Antiquität erworben zu haben. Doch Detlev erklärte, dass die Jahreszahl bewusst ins Holz eingearbeitet worden sei, um ein deutlich höheres Alter vorzutäuschen. Der Großvater war beim Kauf offenbar einem dreisten Betrug zum Opfer gefallen. Für die Enkel ist die Expertise damit doppelt bitter: Das Erbstück, das fast 50 Jahre lang in Familienbesitz war, hat weder den erhofften historischen Wert noch kann es in der Sendung verkauft werden. Unter anderen Umständen wäre ein Verkauf nicht völlig ausgeschlossen gewesen. Ein zeitgenössischer Nachbau, der klar als solcher gekennzeichnet ist, kann grundsätzlich durchaus einen kleinen Verkaufswert haben. Wurde ein Objekt aber mit betrügerischer Absicht hergestellt, ist die Weitergabe an die Händler nach den Regeln von "Bares für Rares" verboten.

Mit dieser Erfahrung sind Catharina und Christian nicht allein. Erst vor Kurzem erlebte Kandidatin Gabriele Bottenberg in der Show eine ganz ähnliche Enttäuschung. Sie hatte vor mehr als 30 Jahren 2.000 D-Mark für eine vermeintliche Jugendstillampe bezahlt. Expertin Dr. Bianca Berding erkannte jedoch schnell, dass es sich lediglich um einen eher minderwertig gefertigten Nachbau handelte. Auch Horst sah deshalb von einer Händlerkarte ab. Für Gabriele bedeutete das, dass sie ihre Lampe unverkäuflich wieder mit nach Hause nehmen musste. Beide Fälle zeigen eine feste Voraussetzung des Sendungskonzepts: Nur Objekte, die die Begutachtung durch die Experten bestehen und keine Fälschungen sind, dürfen im Anschluss den Händlern präsentiert werden. Nur wer eine Händlerkarte erhält, darf anschließend in den Händlerraum und dort auf ein passendes Kaufangebot hoffen. Bleibt sie aus, ist der Auftritt bei "Bares für Rares" bereits nach der Expertise beendet.

Bei "Bares für Rares" wird eine Jardinière für 2.200 Euro gekauft
ZDF
Bei "Bares für Rares" wird eine Jardinière für 2.200 Euro gekauft
Detlev Kümmel, 2019
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Detlev Kümmel, 2019
Walter Lehnertz, Susanne Steiger, Wolfgang Pauritsch, Horst Lichter, Fabian Kahl, Christian Vechtel
ZDF/Frank Beer
Walter Lehnertz, Susanne Steiger, Wolfgang Pauritsch, Horst Lichter, Fabian Kahl, Christian Vechtel
Keine Händlerkarte für Catharina und Christian: Wie findet ihr die Entscheidung?