Marco Schreyl (52) hat sein spätes öffentliches Coming-out nie als großen Befreiungsschlag erlebt. Im Podcast "Zwischen den Zeilen" sprach der Moderator jetzt mit Bettina Böttinger (70) darüber, wie er auf diesen Schritt zurückblickt. "Es ist einfach passiert", erklärte er nüchtern. Erst 2023 hatte Marco in seinem Buch "Alles gut? Das meiste schon!" öffentlich über seine Homosexualität und seine Liebe zu einem Mann gesprochen. Dass seine Ehrlichkeit in der Öffentlichkeit überhaupt für Überraschung sorgte, stößt bei ihm bis heute auf Unverständnis. Selbst aus seinem privaten Umfeld erntete er skeptische Nachfragen, ob er sich mit dem Coming-out wirklich sicher sei. Für ihn selbst war diese kollektive Verwunderung zu keinem Zeitpunkt greifbar. Seine Haltung dazu formulierte er im Podcast unmissverständlich: "Ich bin 50 und wer nicht checkt, dass ich nicht verheiratet, nicht an eine Frau vergeben bin, nicht über mein Privatleben intensiv rede, wer dann nicht checkt, dass ich dann wohl schwul bin, der hat wohl seine Birne zwischen den Schultern nicht an der richtigen Stelle."
Schon während seiner Zeit bei "Deutschland sucht den Superstar" wusste zumindest Dieter Bohlen (72) von Marcos sexueller Orientierung. Der Moderator, der das Casting-Format von 2005 bis 2012 sowie für ein Comeback-Jahr 2022 prägte, bildete über weite Strecken ein festes TV-Duo mit dem Chefjuror. Rückblickend deutete Schreyl einige Bemerkungen des Musikproduzenten als versteckte Spitzen gegen seine sexuelle Orientierung. Damals fehlte ihm jedoch die nötige Schlagfertigkeit, um so souverän Kontra zu geben, wie er es aus heutiger Sicht gern getan hätte. Im Nachhinein hätte er Dieter gern Folgendes entgegnet: "Was tut das gerade zur Sache? Wo ist dein Problem? Weil ich ein schwuler Mann bin und du nicht?" Dass er damals nicht deutlicher Stellung bezogen hat, bedauert der TV-Star inzwischen, wie er im Gespräch mit Bettina einräumte.
Seine ersten Gefühle für einen Jungen hatte Marco bereits mit 15 oder 16 Jahren. Damals verliebte er sich in einen Mitschüler. Ganz leicht fiel ihm das zunächst nicht: "Aber dann hat mich das fast verstört, dass ich so einen Klassenkameraden ganz toll finde", schilderte er im Podcast. Während er seine Freunde frühzeitig ins Vertrauen zog, dauerte es rund ein Jahrzehnt, bis er auch das Gespräch mit seinen Eltern suchte. Seine Mutter fackelte daraufhin nicht lange und konfrontierte ihn ganz unverblümt mit der Frage, ob es bereits einen festen Partner an seiner Seite gebe. "Wow, cool, bei der ist es schon angekommen", erinnerte sich Marco an seinen erleichterten Gedanken in diesem Moment. Sein Vater hingegen blieb zunächst still und brauchte etwas Zeit. Am Ende habe er es aber "total gut geschafft, damit umzugehen", erzählte der Moderator, der in einem Interview mit Gala von seinem Partner schwärmte.


























