Tim Burton (68) hat mittlerweile eine andere Sicht auf seine Arbeit als Filmemacher. Wie der Regisseur in einem aktuellen Interview mit Vanity Fair erklärte, habe die zunehmende Verbreitung künstlicher Intelligenz seinen Blick auf das Kino verändert. Je stärker KI in der Kreativbranche Fuß fasse, desto mehr schätze er die menschliche und handwerkliche Seite seiner Arbeit. Besonders angetan hat es ihm dabei die Stop-Motion-Technik. Bei diesem Verfahren werden Figuren und Kulissen tatsächlich von Hand gefertigt und anschließend Bild für Bild bewegt. "Je mehr es sich in diese Richtung entwickelt, desto mehr schätze ich die menschliche Seite daran", erklärte Tim. Außerdem betonte er: "Ich denke, es ist sehr wichtig, sie in der Welt zu bewahren – das Haptische, nicht ständig auf einen Bildschirm zu schauen und all diese Dinge zu tun. Für mich ist Menschlichkeit sehr wichtig für das Leben, die Kunst und eigentlich alles."
Wie aufwendig diese Art des Filmemachens ist, zeigt eines seiner bekanntesten Werke. Für "The Nightmare Before Christmas" wurden insgesamt 227 Puppen hergestellt. Um die Geschichte auf der Leinwand zum Leben zu erwecken, entstanden ganze 109.440 Einzelbilder. "Ich liebe Stop-Motion, weil alles handgemacht ist", schwärmte Tim im Gespräch mit dem Magazin. Beim Anblick der Puppen und Kulissen wünsche er sich, dass jeder Mensch einmal die haptische Erfahrung machen könne, die hinter einem Stop-Motion-Film steckt. Das sei für ihn jedoch nicht nur bei dieser Technik wichtig, sondern gelte für das Filmemachen allgemein. Seine Vorliebe für greifbare Materialien bringt der Künstler aktuell auch außerhalb des Kinos zum Ausdruck. Gemeinsam mit den Loewe-Designern Jack McCollough und Lazaro Hernandez hat er eine Kollektion entworfen, die den Figuren aus "The Nightmare Before Christmas" gewidmet ist. Damit halten die Filmcharaktere nun auch Einzug in die Modewelt.
Die Ursprünge des Kultfilms reichen bis ins Jahr 1982 zurück. Zu dieser Zeit war Tim, der als sehr zurückhaltend gilt, noch als Animator bei Walt Disney Productions tätig. Damals verfasste er ein Gedicht, das Jahre später als Grundlage für den 1993 veröffentlichten Film dienen sollte. Wie er selbst erklärte, sei die Idee dazu nicht durch bewusstes Nachdenken entstanden, sondern vielmehr aus seinem Unterbewusstsein hervorgegangen. Wie prägend frühe Einflüsse sein können, beschreibt der Regisseur folgendermaßen: "Die Dinge, die dich von Anfang an inspiriert haben, bleiben einfach bei dir. Ob bewusst oder nicht, sie sind einfach Teil deiner DNA", erklärte er.



























