Es war die Hammer-Meldung des Tages - und so ein großer Schritt in die richtige Richtung für den tendenziell immer noch von Homophobie belasteten Fußball: Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger (31) erhielt für sein Geständnis, schwul zu sein, bundesweiten Applaus - von Sportlern, von der Bundesregierung, von allen Medien. Ausgerechnet das auflagenstarke Sportmagazin kicker aber hat in einem Kommentar nun für einen Eklat gesorgt!

Es schweigt das gesellschaftlich wichtige Thema in seiner aktuellen Ausgabe nicht nur tot. Es nennt den Brennpunkt "Homosexualität im Fußball" sogar anmaßend! In einem Kommentar schreibt Chefredakteur Jean-Julien Beer: "Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hat sich geoutet. Eilig? Wichtig? Ist etwas passiert?" Wenige Zeilen später heißt es dann: "Schon der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte das Thema - in einer fast beängstigenden Form - staatsmännisch anmaßend zu einem zentralen Problem des Fußballs erhoben."

Mit folgenden Worten beendet Beer seinen Kommentar: "Auf den nächsten Seiten werden Sie die Meldung deshalb nicht finden. Es gibt so viel Interessantes und Wichtiges zu berichten. Auch im Fußball." Es folgen Seiten voller Trainingseindrücke der Fußball-Bundesligisten, die sich in diesen Tagen irgendwo an der Sonne auf die Rückrunde vorbereiten. Mehr nicht.

Auch wenn Beer seine Aussagen an anderer Stelle schonend einordnet ("In einem weltoffenen Deutschland sind weder Sexualität noch Religion eines Sportlers zu thematisieren oder gar zu tabuisieren"): Ausgerechnet der printjournalistische Branchenführer im Fußball liefert den traurigen, aber auch besten Beweis, was im Fußball zum Thema "Homosexualität" offenbar noch falsch läuft. Auf Twitter äußerten sich mehrere Sportjournalisten entrüstet über die Entgleisung. Der kicker selbst hat sich zu der Protest-Welle noch nicht geäußert.

Weitere Stimmen über das bemerkenswerte Coming-out von Hitzlsperger könnt ihr euch in dieser "Coffee Break"-Folge ansehen:

[Folge nicht gefunden]
Thomas Hitzlsperger, ehemaliger Fußball-Profi
Getty Images
Thomas Hitzlsperger, ehemaliger Fußball-Profi
Shkodran Mustafi, Jérôme Boateng, Sami Khedira und Thomas Müller bei der EM 2016
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Shkodran Mustafi, Jérôme Boateng, Sami Khedira und Thomas Müller bei der EM 2016
Jérôme Boateng, Thomas Hitzlsperger, Manuel Neuer (hinten); Miroslav Klose, Mesut Özil, Serdar Tasci
Markus Gilliar / AFP / Getty Images
Jérôme Boateng, Thomas Hitzlsperger, Manuel Neuer (hinten); Miroslav Klose, Mesut Özil, Serdar Tasci


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