Das hat es in Spanien bisher noch nicht gegeben: Ein Mitglied der Königsfamilie wird angeklagt! Schon länger wurde gemutmaßt, ob Infantin Cristina von Spanien (49) in den Finanzskandal ihres Mannes Iñaki Urdangarín verwickelt ist. Jetzt soll tatsächlich Anklage erhoben werden.

In einer ersten Anhörung im Februar beteuerte die Schwester von König Felipe VI. (46) noch, dass sie von den illegalen Geschäften ihres Mannes nichts gewusst habe. Dem Ermittlungsrichter zufolge gibt es jedoch zahlreiche Indizien dafür, dass die 49-Jährige sogar aktiv am Korruptionsskandal beteiligt war und selbst davon profitierte. "Die Finanzdelikte, die Don Iñaki Urdangarin zur Last gelegt werden, können nur schwerlich ohne das Wissen und die Einwilligung seiner Ehefrau begangen worden sein", wird er in der Zeitung El Mundo zitiert. So habe sie die veruntreuten Gelder unter anderem für Luxusreisen, Kleidung und Gemälde ausgegeben. Während sich der zuständige Staatsanwalt bislang immer gegen eine Anklage gegen die Tochter des ehemaligen Königs Juan Carlos (76) ausgesprochen hatte, will der Richter ihr nun wegen insgesamt sechs Vergehen den Prozess machen: Betrug, Veruntreuung, Amtsmissbrauch, Urkundenfälschung und zwei Steuerdelikten.

Die Unterstützung der spanischen Bevölkerung für das Königshaus hatte bereits nach Bekanntwerden des Korruptionsskandals arg nachgelassen. Ein Prozess gegen die Infantin könnte noch einen weiteren, herben Vertrauensverlust bedeuten. König Felipes Herausforderung, die in die Kritik geratene Monarchie zu revitalisieren, könnte sich somit als noch schwierigere Aufgabe herausstellen, als bisher gedacht.

Bulls / Phil Ramey
Cristina von SpanienWENN
Cristina von Spanien
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