Katarina Witt ist eine legendäre Eiskunstläuferin, deren einzigartige Karriere in der DDR begann und die auch nach der Wiedervereinigung an der Weltspitze Erfolge erzielte. Doch ihre Vergangenheit im sozialistischen Deutschland hat für die Sportlerin noch immer einen bitteren Beigeschmack.

Katarina Witt
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Katarina Witt

Wie viele andere DDR-Bürger war auch die mehrmalige Welt- und Europameisterin vor der Überwachung des Ministeriums für Staatssicherheit nicht gefeit. Schon in jungen Jahren sei die Berlinerin bespitzelt worden, gab sie gegenüber dem Magazin Stern preis. Das Ergebnis: Ein 27 Ordner umfassendes Protokoll ihrer Aufenthaltsorte, Verhaltensweisen und Gespräche. Sogar detaillierte Informationen zu intimen Zusammentreffen und Hotelaufenthalten finden sich darin. "Ich habe alle 3000 Seiten kopiert, weggepackt und verdrängt", erklärte Katarina. Durch ihre beruflichen Aktivitäten habe sie aber noch immer nicht die Zeit gefunden, die komplette Akte zu lesen, TV-Auftritte und Eis-Shows haben ihr Ablenkung verschafft. "Alles, was hinter der Bande war, das hat mich nicht erreicht", so die 49-Jährige.

Katarina Witt
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Die Spionagestrukturen der Stasi waren komplex und umfangreich, sodass bis heute erst die Hälfte der Unterlagen aufgearbeitet werden konnten. Zudem ranken sich weiterhin Unklarheiten um vermeintliche Informanten. Unter den prominenten Opfern der Behörde findet sich unter anderen auch GZSZ-Star Wolfgang Bahro (55).

Wolfgang Bahro
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Wolfgang Bahro