Den 2. September 2015 wird Manuel Charr (31) niemals vergessen. An diesem Tag wurde der Boxer niedergeschossen. Nun kam es in dem Prozess gegen den Täter zu einem Urteil: Youssef H. muss ins Gefängnis!

Manuel Charr
facebook.com/officialmanuelcharr
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Ein Facebook-Streit eskalierte und es fielen Schüsse. Was unglaublich klingt, erlebte Manuel Charr am eigenen Leib. Vor Gericht behauptete der Täter nun, dass er ihm nur eine Lektion erteilen wollte. Die Schüsse sollten ihn nicht töten, dass sie ihn im Unterbauch trafen und so zu lebensgefährlichen Verletzungen führten, war nicht geplant. Das Urteil fiel laut Bild deswegen jedoch nicht viel milder aus: Youssef H. wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

Manuel Charr
Facebook/Manuel Charr
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Zuvor wurde außerdem über einen Täter/Opfer-Ausgleich in Höhe von 15.000 Euro diskutiert - diesen lehnte Charr allerdings ab. "Ich habe das Angebot verneint, um meinen Lebensfrieden zu finden. Meine Narbe wird mich immer daran erinnern. Ich möchte nicht, dass sich die Familie verschuldet, die hat schon genug Probleme wegen ihm. Mit den Familien hat das nichts zu tun", erklärte der 31-Jährige seinen Entschluss.

WENN

Die Staatsanwältin, die in ihrer Anklage sechs Jahre Haft forderte, bezeichnete den Prozess aus diesen und anderen Gründen als PR-Veranstaltung: "Man kann sich hier des Eindrucks nicht erwehren, als solle die deutsche Justiz hier vorgeführt werden. Man meint, dass die Sache hier für den Geschädigten als eine Art Promotionveranstaltung dienen soll. Der Angeklagte, der nicht gepixelt werden will und ein Opfer, dass 15.000 Euro Schmerzensgeld ablehnt. Die Frage ist, ob man das alles so hinnehmen muss." Der Boxer selbst wehrt sich gegen diese Behauptung. Demnach hätte er nur auf das Geld verzichtet, weil es ihm keine Freude bereitet hätte, es auszugeben.