Eigentlich sollte in diesem Jahr alles ein wenig fairer werden. Ein ausgeklügeltes Voting-System sollte beim Eurovision Song Contest dafür sorgen, dass sich die Nachbarländer nicht absprechen und sich die Punkte zuschustern. Die Wertungen der Telefonstimmen von der Live-Show sowie das vorher gefällte Urteil der Jury soll dann zu einem Gesamtergebnis führen. Doch nun sieht es so aus, als gäbe es gerade aufgrund dieses neuen Systems einen Schummel-Skandal. Der gesamten russischen Jury droht jetzt der Rauswurf!

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Am Montagabend fand das erste Jury-Finale statt, in dem aus 18 der insgesamt 36 Teilnehmern die besten zehn gewählt werden sollen. Die Regeln besagen, dass sich keiner der Ländervertreter gegenseitig beeinflussen darf und geheim abgestimmt werden muss. In einem Persicope-Video zeigt die russische Wertrichterin Anastasiya Stotskaya jedoch Ausschnitte dieses Vorentscheids. Auf den Aufnahmen zu sehen ist auch ein Stimmzettel, auf dem neben den einzelnen Teilnehmern bereits Plus- oder Minuszeichen notiert wurden. Dadurch könnte man Rückschlüsse ziehen, welches Land bei der Jury vorne liegt, andere Juroren könnten beeinflusst werden!

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Der knapp siebenminütige Clip ist auf der Seite der Übeltäterin mittlerweile nicht mehr abrufbar, dennoch droht den Russen jetzt Ärger. Es heißt, dass die Rundfunkunion, die den ESC veranstaltet, nun hart durchgreift. Via Twitter kündigte die EBU an, gegen Nachmittag eine Entscheidung verkünden zu wollen. Die Jury-Wertung wird wohl in jedem Fall für ungültig erklärt, auch Geldstrafen oder sogar ein kompletter Austausch der Jury wären möglich.

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Auch in Deutschland bot der ESC dieses Jahr schon einen großen Skandal. Schaut euch in unserem Clip noch einmal an, warum Xavier Naidoos Nominierung Proteste auslöste.