Am Samstag findet das Finale des Eurovision Song Contest statt - für die Fans ein großes, musikalisches Highlight in jedem Jahr. Doch wenige Tage vorher sorgt nun ein Songbeitrag für große Diskussionen - denn er ist angeblich zu politisch.

NDR/EBU

Der ESC hat eine Regel, es will keine politische Veranstaltung sein und verbietet deshalb politische Statements vehement. Vor diesem Hintergrund wird in den Medien nun debattiert, wie es dann sein kann, dass die Ukraine heute mit dem Song "1944" im 2. Halbfinale an den Start geht. Mit Liedzeilen wie - übersetzt - "Wenn Fremde kommen, kommen sie zu eurem Haus. Sie töten euch alle und sagen: Wir sind nicht schuld. Nicht schuld" und "Ich konnte meine Jugend dort nicht verbringen, weil ihr mir mein Land weggenommen habt" bezieht sich der Song offensichtlich auf das Schicksal der Krimtataren im Jahr 1944, die damals auf Befehl von Josef Stalin deportiert und vielfach getötet wurden.

Getty Images

Die ukrainische ESC-Sängerin Jamala (32) möchte laut eigener Aussage kein politisches Statement setzen und erklärte gegenüber Bild die Bedeutung ihres Songs: "Das Lied basiert auf einer Geschichte, die mir meine Urgroßmutter erzählt hat, als ich klein war." Tatsächlich entschieden auch die Verantwortlichen des EBU, dass Jamalas Lyrik nicht politisch sei und sie deshalb beim ESC antreten dürfe. Das wird die Weiterführung dieser Diskussion aber wahrscheinlich nicht stoppen.

Vyacheslav Prokofyev / TASS / ActionPress