Selten hat ein Beitrag beim Eurovision Song Contest für so viel Furore gesorgt. Siegerin Jamala wurde besonders von den internationalen Juroren mit Punkten überhäuft und verwies den Favoriten Russland auf den dritten Platz. Der Unmut im Nachbarland geht jetzt sogar so weit, dass in den russischen Medien darüber geschimpft wird, der Sieg sei ihnen gestohlen worden. Man wittert eine Verschwörung!

Jamala
Michael Campanella/Getty Images
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Der Ärger fing schon an, bevor es gestern zum großen Finale kam. Von Anfang an stand zur Debatte, ob der Text von "1944" politisch motiviert und damit streng genommen gegen die Regeln des ESC sei. Dass Jamala mit ihrem Lied über die Gräueltaten unter Stalins Führung überhaupt antreten durfte, war für viele Russen schon schlimm genug. Als sie dann auch noch gewann, war das für die regierungsnahe russische Boulevardzeitung Komsomolskaja Prawda der Beweis für eine Verschwörung: "Das sieht alles so aus, als habe jemand um jeden Preis einen Sieg Russlands vermeiden wollen", behauptet das Blatt. Die Jury hätte dem russichen Sänger Sergey Lazarev "den Sieg geraubt".

Jamala
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Die Russen wollen das Ergebnis des gestrigen Abends jetzt angeblich sogar anfechten. Man müsse das Gewinnerlied wegen des politischen Inhalts dringend noch einmal prüfen. Dass das passiert, ist allerdings mehr als unwahrscheinlich. Die EBU hatte den Song im Vorfeld als "nicht politisch" erklärt und für den Wettbewerb freigegeben. Fraglich ist nur, ob Russland im nächsten Jahr antritt, wenn der Song Contest 2017 in der Ukraine stattfindet.

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Welche Promis dem deutschen Act Jamie-Lee Kriewitz (18) die Daumen drückten, das erfahrt ihr im Video am Ende des Artikels.