Die Hinterbliebenen und Überlebenden der 19. Loveparade in Duisburg finden noch immer keinen Frieden. 2010 hatte die tödliche Massenpanik 21 Menschen das Leben gekostet, über 600 weitere waren verletzt worden – körperlich und seelisch. Seit drei Jahren soll ein Prozess nun die Schuldfrage und die Ursachen für das Unglück klären. Nach zehn Jahren verjähren im Juli allerdings die Vorwürfe der fahrlässigen Tötung gegen die drei verbliebenen Angeklagten. Und durch die aktuelle Krisensituation verschiebt sich nicht nur die Verhandlung – das Landgericht stellt nun sogar zur Debatte, das Verfahren ganz einzustellen. Das ruft bei vielen Opfern und Angehörigen Wut hervor!

In der Show von Marco Schreyl (46) kamen am vergangenen Montag Betroffene zu Wort: Gabi Müller hatte bei dem Unglück ihren 25-jährigen Sohn Christian verloren und tritt vor Gericht als Nebenklägerin auf. Der mögliche Abbruch der Verhandlungen mache sie wütend. "Das macht einen ohnmächtig. Man wird nie abschließen können, es sind immer irgendwelche Zweifel da. Weil jeder schiebt es einem anderen zu", betonte sie. Rechtsanwalt Prof. Dr. Reiter, der zwölf Nebenkläger vertritt, ist sogar der Meinung, dass die Krise eine schlechte Begründung sei, die Termine abzusagen. "Das ist ein unwürdiges Ende, wenn es so ausgeht", fand er deutlich Worte.

Nicole war an dem verhängnisvollen Tag als Mitarbeiterin beim Sicherheitsdienst im Einsatz gewesen – auch sie gehört nun zu den Leidtragenden: Sie habe noch immer ein schlechtes Gewissen, weil sie die Festival-Besucher damals zum Tunnel geschleust hätte, wo es zu der Tragödie gekommen war. Abschließen könne sie nicht. "Das geht nicht. So lange es keine Schuldigen gibt, gebe ich mir die Schuld", erklärte sie.

Loveparade 2010 in Duisburg
Getty Images
Loveparade 2010 in Duisburg
Gedenkstätte des Loveparade-Unglücks in Duisburg
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Gedenkstätte des Loveparade-Unglücks in Duisburg
Loveparade 2010 in Duisburg
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Loveparade 2010 in Duisburg


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