Diese Tragödie beschäftigt die Menschen bis heute. Bei der Loveparade in Duisburg am 24. Juli 2010 kam es im Eingangsbereich des Veranstaltungsgeländes zu Gedränge mit einer anschließenden Massenpanik. 21 Menschen verloren ihr Leben, mehr als 650 wurden verletzt. Am Ende bliebt eine Frage: Wer ist für dieses Unglück verantwortlich? Zur Klärung dieser Frage mussten sich zehn Beschuldigte vor Gericht verantworten. Doch auch nach 184 Verhandlungstagen und 116 gehörten Zeugen ist kein endgültiges Urteil gefallen. Jetzt wurde der Prozess eingestellt.

Bereits zuvor wurden Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und der Stadt Duisburg von dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen. Laut dpa hat das Landgericht Duisburg den Prozess am Montag auch gegen die drei verbliebenen Angeklagten eingestellt. Auch bei ihnen wurde nur eine geringe Schuld vermutet. In einer letzten Sitzung soll nun nur noch geschildert werden, wie es zu dem Unglück kommen konnte: "Wenn wir den Saal dann verlassen, weiß jeder, wie es zu der Katastrophe mit 21 Toten und vielen Verletzten kommen konnte", so der Vorsitzende Richter.

Aufgrund der Gesundheitslage musste das Verfahren einige Wochen pausieren. Statt es aber wieder aufzunehmen, hatte das Landgericht im Hinblick auf die aktuelle Krise und die drohende Verjährung Ende Juli die Einstellung gefordert. Während die Staatsanwaltschaft und die letzten drei Angeklagten dem zustimmten, waren viele der 42 Nebenkläger dagegen. Trotzdem ging mit dieser Entscheidung jetzt der aufwendigste Strafprozess der Nachkriegszeit ohne Urteil zu Ende.

Loveparade-Verfahren, 2017
Getty Images
Loveparade-Verfahren, 2017
Gedenkstätte des Loveparade-Unglücks in Duisburg
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Gedenkstätte des Loveparade-Unglücks in Duisburg
Loveparade-CEO Rainer Schaller (r.) mit seinem Anwalt Harald Strassner
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Loveparade-CEO Rainer Schaller (r.) mit seinem Anwalt Harald Strassner


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