

RAYE offen über Alkoholverzicht und neue Lebensdisziplin
RAYE zieht einen klaren Schlussstrich unter alte Gewohnheiten und spricht so offen wie selten über ihren Umgang mit Alkohol. In der Februar-Ausgabe von Der Spiegel ELLE erzählt die britische Sängerin, dass sie ihr zweites Album überwiegend nüchtern geschrieben hat – ein deutlicher Bruch zu der Entstehungsphase ihres Debüts. Die Aufnahmen liefen mit kühlem Kopf, ohne die früheren Ausflüchte. "Ich trinke nicht mehr, um etwas zu reparieren oder zu begraben oder zu betäuben oder zu fliehen. Ich mag mich so lieber", sagt RAYE in dem Interview. Gelegentlich gönne sie sich noch ein Glas Wein, doch die Richtung ist klar: Disziplin statt Betäubung, Nähe statt Distanz.
Die Künstlerin, die in ihrer Single "Escapism" bereits von Exzessen und Abstürzen erzählte, beschreibt, wie viel Heilung nötig war, nachdem sie sich lange von ihrer Familie entfernt hatte. "Vieles aus meinem alten Leben musste repariert werden", sagt sie über eine Zeit, in der sie sich innerlich abgekoppelt fühlte. Gegenüber der BBC berichtete sie schon 2023, wie eng Substanzmissbrauch und das Betäuben von Trauma bei ihr verknüpft waren und wie gefährlich es wurde. Heute klingt sie gefestigt: Sie spricht von Abstinenzphasen, neuem Fokus und einer Arbeitsweise, die ihr Songwriting auf den Boden zurückholt – fernab der Wolken aus Rauch, die sie mit ihrem ersten Album verbanden.
Privat hat RAYE sich neue Anker gesetzt. Die Musikerin betont, wie sehr sie die wiedergewonnene Nähe zu ihrer Familie erdet. Auch ihr christlicher Glaube spielt eine zentrale Rolle: Er habe sie aus "einem sehr dunklen Ort" geholt. Wer die Sängerin in den vergangenen Monaten beobachtet hat, erkennt den roten Faden: kreative Ziele, die sich nach innerer Stimmigkeit anfühlen, und ein Alltag, der weniger auf Rausch als auf Rituale setzt. Statt Maskerade und Verdrängung rücken Gespräche, Gemeinschaft und klare Grenzen nach vorn – Zutaten, mit denen RAYE ihr nächstes Kapitel nicht nur schreibt, sondern lebt.




