Im Fall Jean Pormanove: Zwei Influencer wurden verhaftet
Der Tod von Jean Pormanove sorgte im Sommer 2025 für einen weltweiten Skandal. Nach monatelanger Misshandlung starb der Streamer vor laufender Kamera. Aufgrund der Umstände leiteten die zuständigen Behörden Ermittlungen ein. Nun gibt es gleich zwei Verhaftungen. Die französische Zeitung Le Monde berichtet, dass zwei von Jeans Kollegen, Owen Cenazendotti und Safine Hamadi, am Dienstag festgenommen wurden, da sie laut Staatsanwaltschaft nachweislich an dem Vorfall beteiligt waren. Die Vorwürfe gegen die beiden Content Creator sind unter anderem Körperverletzung, Misshandlung von Schutzbedürftigen und Aufzeichnung und Verbreitung von Gewaltdarstellungen. Ein Statement der beiden gibt es noch nicht.
Parallel wurden noch weitere Haftbefehle herausgegeben. Berichten des Magazins The Local zufolge veranlasste die Staatsanwaltschaft die Festnahme zweier Betreiber hinter der Streaming-Plattform Kick. Auf dieser war der Livestream, in dem Jean starb, abrufbar. Die Haftbefehle richten sich gegen Bijan Tehrani und Ed Craven. Die beiden sind die Verantwortlichen der australischen Plattform. Laut der Staatsanwaltschaft sei der Antrag berechtigt, da es Grund zur Annahme gibt, dass die Betreiber finanziell in den Vorfall verwickelt sind: "Verdächtige Finanztransaktionen wurden festgestellt, was die Annahme aufkommen lässt, dass der Kanal direkt von Kick und dessen Betreibern finanziert wurde." Weder Bijan noch Ed sollen bisher auf eine Vorladung zur Befragung reagiert haben. Kick äußerte sich nur in einer Pressemitteilung, keine Vorladung erhalten zu haben und nicht in Jeans Tod verwickelt zu sein.
Jean machte auf Kick immer wieder von sich hören, weil er sich vor der Kamera extremen Experimenten aussetzte. Beispielsweise ließ er sich an Armen und Beinen fesseln und seine Atemröhre für zwei Minuten abdrücken. Kurz vor seinem Tod sollen die Experimente dem Franzosen aber zu viel geworden sein. Laut dem Sender BFMTV habe er seine Mutter per SMS informiert, dass er es "satthabe". Warum er sich dennoch der Folter und Misshandlung in dem tödlichen Stream aussetzte, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Über mehrere Monate konnten Zuschauer beobachten, wie Raphaël Graven, so Jeans eigentlicher Name, unter Schlafentzug, Gewalt und der Einnahme von toxischen Substanzen litt. Begleitet wurde das von maskierten Tätern. Schließlich sah das Publikum, wie der Netz-Star im Schlaf einen Erstickungsanfall erlitt und sich anschließend nicht mehr rührte. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass wohl Herzprobleme und eine bereits bekannte Krankheit der Schilddrüse mitverantwortlich für Jeans Tod waren.






