Patrick Stewarts geheime Inspirationen für Captain Picard
Patrick Stewart (85) hat verraten, was ihn bei seiner legendären Rolle als Captain Jean-Luc Picard geprägt hat – und dabei überrascht er gleich mit mehreren Einflüssen. In seiner Autobiografie "Making It So: A Memoir" erklärt der Schauspieler, wie sehr Theater, Literatur und auch seine eigene Kindheit die Figur formten. Alles begann 1987, als Patrick für "Star Trek: The Next Generation" unterschrieb und die Aufgabe bekam, einen englischsprachigen Franzosen mit einer Vorliebe für Earl Grey zu verkörpern. Am Set der Serie stand er dabei im engen Austausch mit Schöpfer Gene Roddenberry. Gleichzeitig griff der Schauspieler immer wieder auf persönliche Erinnerungen aus seinem Elternhaus zurück. Aus dieser Mischung entstand schließlich eine Figur, die bis heute Kultstatus genießt – und Patrick selbst untrennbar mit dem "Star Trek"-Universum verbindet.
Zunächst half Shakespeare. Der Theaterschauspieler fand Picards Tonfall und Haltung, indem er an Figuren wie König Heinrich IV. und König Leontes andockte. "Mir wurde schnell klar, dass 'Star Trek' kein naturalistisches Fernsehen ist, die Art und Weise, wie sie sprechen und sich benehmen, erinnert mich an zahlreiche Shakespeare-Situationen." Dann kam Gene Roddenberry ins Spiel. Der Serienschöpfer, mit dem das Verhältnis nicht immer einfach war, gab Patrick eine klare Aufgabe: die "Horatio Hornblower"-Romane von C. S. Forester erneut zu lesen. In ihnen liege die Antwort auf die Frage: Wer ist Picard? Der gedankliche Abgleich mit dem stoischen, seefahrenden Anführer legte für Patrick den Kern eines Captains frei, der Verantwortung trägt, oft allein entscheidet und erst mit der Zeit weicher und zugänglicher wird.
Den wohl persönlichsten Einfluss auf Captain Jean-Luc Picard fand Patrick Stewart in seiner eigenen Familie. Besonders sein Vater Alfred Stewart, ein früherer Regimentsfeldwebel, prägte die strenge und autoritäre Seite der Kultfigur. In seinen Memoiren beschreibt der Schauspieler offen die Härte seines Elternhauses und die Konsequenz, mit der Autorität dort gelebt wurde. "Ein zusätzlicher und starker Einfluss bei der Gestaltung von Jean-Luc war mein Vater. Aber ich denke gern, dass auch meine Mutter im Captain steckt – in seinen Momenten der Wärme und Sensibilität", schreibt er. Privat schätzt der Star bis heute Ruhe und Struktur – Dinge, aus denen er Kraft zieht. Genau diese Eigenschaften erkennen Fans auch in Picards stillen Momenten wieder. So trägt die legendäre Figur nicht nur Spuren von Bühne und Büchern in sich, sondern auch ein Stück Patrick Stewarts eigenes Zuhause.






