Epstein-Akten: Wurden Vermerke zu Trump etwa zurückgehalten?

Epstein-Akten: Wurden Vermerke zu Trump etwa zurückgehalten?

- Fabienne Stepczynski
Lesezeit: 2 min

Im Epstein-Skandal gibt es eine neue Wendung: Das Justizministerium prüft derzeit Hinweise darauf, dass möglicherweise wichtige Dokumente aus den veröffentlichten Akten fehlen. Dabei geht es um eine Reihe von FBI-Vermerken zu Interviews mit einer Frau, die behauptet, vor Jahrzehnten als Minderjährige von Jeffrey Epstein (†66) und Donald Trump (79) sexuell missbraucht worden zu sein. Laut Medienberichten wurde die Anklägerin 2019 viermal vom FBI befragt, jedoch wurde in den öffentlich zugänglichen Akten nur eine Zusammenfassung dieser Befragungen veröffentlicht. Das Justizministerium schrieb auf X: "Wie bei allen Dokumenten, auf die die Öffentlichkeit hingewiesen hat, überprüft das Ministerium derzeit die Akten dieser Kategorie."

Die Existenz der fehlenden Memos wurde durch einen Index bekannt, den das Justizministerium selbst veröffentlicht hatte. Zuerst hatte der unabhängige Journalist Roger Sollenberger auf diese Ungereimtheiten hingewiesen, danach griffen mehrere Nachrichtenagenturen sowie die New York Times das Thema auf. Der führende Abgeordnete der Demokraten im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses, Robert Garcia, warf der Regierung auf X den "größten Vertuschungsskandal einer Regierung in der jüngeren Geschichte" vor. Er erklärte, er habe die ungeschwärzten Beweisprotokolle geprüft und könne bestätigen, dass das Justizministerium "offenbar illegal FBI-Vernehmungen" der Anklägerin zurückgehalten habe. Das Ministerium versicherte, dass Dokumente veröffentlicht werden, falls sich herausstellen sollte, dass sie "falsch klassifiziert" wurden.

Schon vor wenigen Wochen war Donald erneut durch frühere FBI-Protokolle ins Scheinwerferlicht geraten. Damals berichtete unter anderem der Miami Herald darüber, dass der US-Präsident 2006 persönlich die Polizei von Palm Beach auf Jeffrey hinwies. Laut den Ermittlungsunterlagen soll Donald die Behörden darüber informiert haben, dass er Jeffrey aus seinem exklusiven Club Mar-a-Lago ausgeschlossen hatte. "Gott sei Dank stoppen Sie ihn. Jeder weiß, dass er das getan hat", habe er damals zum Polizeichef gesagt. Der mittlerweile 79-Jährige kritisierte laut Bericht zudem Ghislaine Maxwell (64) scharf und nannte sie "böse" und "Agentin". Der damalige Polizeichef bestätigte, dass Donald einer der Ersten gewesen sei, die sich mit Hinweisen meldeten.

Donald Trump, November 2024
Getty Images
Donald Trump, November 2024
Fotografie von Donald Trump und Jeffrey Epstein an Busstation in London, 2025
Getty Images
Fotografie von Donald Trump und Jeffrey Epstein an Busstation in London, 2025
US-Präsident Donald Trump im August 2025 in Washington
Getty Images
US-Präsident Donald Trump im August 2025 in Washington