

Ex-VIVA-Star Sarah Kuttner bricht bei Auftritt in Tränen aus
Sarah Kuttner (47) lässt in ihrem Podcast überraschend tief hinter ihre sonst so quirlig-humorvolle Fassade blicken: In der aktuellen Folge von "Das kleine Fernsehballett" erzählt die ehemalige VIVA-Moderatorin, wie sie bei einer Lesung ihres neuen, teils autobiografischen Romans "Mama & Sam" vor dem versammelten Publikum in Tränen ausgebrochen ist. Bei dem Event, das im Rahmen der aktuellen Lesereise stattfand, sei sie vollkommen überwältigt gewesen – nicht nur von der Geschichte selbst, sondern vor allem von den vielen Menschen und der eigenen Gefühlslage. Im Gespräch mit Co-Host Stefan Niggemeier beschreibt Sarah offen, wie sehr sie der Spagat zwischen privatem Schmerz und öffentlichem Auftritt belastet und wie hilflos sie sich in Bühnenmomenten wie diesem immer wieder fühlt.
Hintergrund der heftigen Reaktion ist unter anderem der Stoff ihres Buches, der eng an ihr eigenes Leben angelehnt ist. Wie viel davon tatsächlich autobiografisch ist, versuchte die 47-Jährige bisher bewusst, im Unklaren zu lassen – ein weiterer Grund, weshalb der öffentliche Umgang damit für Sarah so schwierig ist. "Ich weiß nicht, wie ich mit der Presse über das Buch reden soll und wie viel ich lügen will oder nicht. Das stresst mich", gesteht sie im Podcast. Besonders schwer seien Tage gewesen, an denen sie privat ohnehin schon "beschissene" Stunden erlebt habe und dann abends vor vollem Saal aus ihrem Roman lesen musste. Das Publikum – gespickt mit eingefleischten Podcast-Fans, die Sarah liebevoll ihre "Ultras" nennt – habe ihre Angst und Überforderung jedoch deutlich gespürt und sehr verständnisvoll reagiert.
Sarah wurde Anfang der 2000er Jahre als Moderatorin bekannt und prägte mit ironischem Ton und popkulturellem Blick eine ganze Generation junger Musikfans. Später verlagerte sie ihren Schwerpunkt auf das Schreiben: Sie veröffentlichte mehrere erfolgreiche Romane und arbeitete als Kolumnistin und Autorin. Neben ihrer Medienarbeit sprach Sarah wiederholt öffentlich über ihre psychische Gesundheit: Erst mit über 40 erhielt sie die Diagnose ADHS. Rückblickend erklärte sie, die Diagnose habe viele Verhaltensmuster verständlich gemacht und ihr einen Teil der Selbstvorwürfe genommen. Zugleich beschreibt sie ADHS als ambivalent: belastend im Alltag, aber auch verbunden mit Kreativität, Empathie und starkem Hyperfokus – Eigenschaften, die ihre Arbeit als Autorin und Medienfigur bis heute prägen.






