Nora Haukland will gegen Medienberichte zum Prozess vorgehen
Die sieben Wochen dauernde Gerichtsverhandlung gegen Marius Borg Høiby (29) hat nicht nur juristische Spuren hinterlassen – sie hat auch eine intensive öffentliche Debatte über die Rolle der norwegischen Presse ausgelöst. Im Zentrum dieser Diskussion steht nun Nora Haukland. Die Influencerin, die als Zeugin im Verfahren gegen ihren Ex-Partner aussagte, hat sich in mehreren Snapchat-Videos mit ungewöhnlicher Deutlichkeit zu Wort gemeldet. Auslöser war eine Sendung des öffentlich-rechtlichen Senders NRK: Dort diskutierten am 23. März 2026 mehrere Chefredakteure über den Umgang der Medien mit der Königshausaffäre sowie über die Berichterstattung rund um den Prozess. Nora hatte eine Einladung zur Teilnahme an der Sendung nach eigenen Angaben zuvor abgelehnt.
Besonders scharf kritisierte Nora den Eindruck, der ihrer Meinung nach in der Debatte entstanden sei: dass Redaktionen stets sorgfältig und verantwortungsvoll gehandelt hätten. Das decke sich nicht mit ihren persönlichen Erfahrungen während des Prozesses. "Ich habe erlebt, dass Dinge einfach rausgehauen wurden und überhaupt nicht durchdacht waren", so Nora. Sie sprach von wiederholten Grenzverletzungen seitens der Medien und machte deutlich, dass sie nicht beabsichtigt, diese einfach hinzunehmen. "Es gibt Dinge, die ich rechtlich angehen werde, weil es so viele Übergriffe gab", sagte sie in ihren Snapchat-Videos. Auch ihre Anwältin Heidi Reisvang bestätigte gegenüber "VG", dass der Mediendruck auf ihre Mandantin enorme Auswirkungen gehabt habe. Heidi zufolge habe Nora durch die Verweigerung der Anonymisierung im Verfahren keinerlei wirksamen Schutz vor der öffentlichen Berichterstattung gehabt. Konkrete Namen potenzieller Beklagter nannte Nora bislang nicht öffentlich.
Nora hatte bereits in der Vergangenheit die Medienberichterstattung über den Prozess kritisiert. Vergangene Woche beschwerte sie sich in den sozialen Netzwerken darüber, dass der Fokus von den schweren Vorwürfen auf Dinge wie Kleidung und Aussehen verschoben werde. "Können wir aufhören, nach Fehlern zu suchen, die den Gewalttäter gewissermaßen rechtfertigen sollen? Ich bin erschöpft", schrieb sie in ihrer Instagram-Story. Seit sie am 15. August 2024 erstmals auf Snapchat über die Vorwürfe gegen Marius gesprochen hatte, äußerte sie sich nur selten öffentlich zu dem Fall. Die vollständige Version dessen, was sie in der Beziehung erlebt haben soll, gab sie erst vom Zeugenstand aus bekannt.









